BACH, C. Ph. E.: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen mit Exempeln und achtzehn Probe-Stücken in sechs Sonaten erläutert. Zweyte Auflage. 2 Theile und 26 Notentafeln. Leipzig, Schwickert 1780 Quart. 4 Bl., 118 S.; 5 Bl., 341 S., 4 Holzschnitt-Vignetten im Text, 1 gefaltetes Notenkupfer. Bd. 2 mit Wasserrand. [26 Notentafel] Folio. 7, 25 S. (auf passendem Papier faksimiliert). Halblederband der Zeit bzw. Halblederkassette im Stil der Zeit.

Keine Abbildung zugeordnet
Artikelnummer: 24212
1200,00 €
Steuerbetrag
Standardisierter Preis / COM_VIRTUEMART_UNIT_SYMBOL_:
  • Seltene Titelauflage der beiden Teile, wobei Teil 1 in zweiter Auflage vorliegt, Teil 2 als editio princeps. Die erste Gesamtausgabe war 1759-62 in Berlin bei Winter erschienen. Doch waren so viele Exemplare liegen geblieben, dass Bach in seinem Brief vom 10. April 1780 Schwicker in Leipzig die Übernahme für 180 Louis d'or anbot. Er betonte dabei aber ausdrücklich die Zusammengehörigkeit beider Teile, die er aufrechterhalten wissen wollte. "Aus der Seele muß man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel" (I/S. 89). - Beeinflusst durch Quantz' "Versuch die Flöte traversiere zu spielen", veröffentlichte Bach seine Theorie des Klavierspiels, die lt. Bitter: "kein anderes Ziel hatte als die Verbreitung der wahren Regeln des Clavierspiels und des Abweisens alles dessen, was lediglich formeller Natur war oder sich als Charlatanismus documentierte" (S. 95). Der Titel ist analog dem Titel des Quantzschen Werkes gewählt. Die Abhandlung entstand nach dem Tode des Vaters Joh. Seb. Bach, auf dessen Lehrweise und Zeugnis der Verfasser wiederholt verweist. "Es ist hier eine Darstellung der Grundsätze von Seb. Bach's Unterricht im Clavierspiel gegeben und insofern ist dies Buch, auch abgesehen von seinem materiellen Inhalt von dem höchsten kunstgeschichtlichen Werthe. Es trägt vor allem zum Verständnis der Art und Weise bei, wie Seb. Bach's Clavierstücke gespielt werden müssen" (Bitter, S. 95). Die meist fehlenden "Sechs Sonaten" als "achtzehn Probe-Stücken" liegen faksimiliert nach dem Originaldruck in Folio bei. - RISM BVI, 1, S. 106; Damschoder/Williams S. 17; Hirsch I, 44-45; Helm 868.
Logo VDA Unser Antiquariat ist Mitglied im traditionsreichen Verband der deutschen Antiquare (VDA) und der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB). ILAB Logo