Objekt des Monats Dezember 2020

  

Zum 360. Geburtstag von André Campra
(geboren am 4. Dezember 1660 in Aix-en-Provence, gestorben am 29. Juni 1744 in Versailles)

Campra zählt zu den bedeutenden französischen Komponisten der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er etablierte das damals neuartige musikalische Genre Opéra-Ballet. Seine Musik ist gekennzeichnet von einer gewissen franco-italienischen Leichtigkeit und Schlichtheit, die das weltliche genauso wie das kirchliche Schaffen durchzieht.

 

CAMPRA, [André]: Tancrede

CAMPRA, [André]: Tancrede
 

CAMPRA, [André]: Tancrede, Tragedie mise en musique ... Representée pour la premiere fois par l'Academie Royale de musique le septiéme jour de Novembre 1702. Paris, Christophe Ballard 1702. Quer-Quart. 4 Bl., L, 291 S., 1 S "Extrait du Privilege", 4 S. "Changement de la fin du Cinquiéme Acte". Holzschnitt-Kopfleisten zu Beginn eines jeden Aktes. Noten in Typendruck. Sehr schöner Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung. Marmorierte Buntpapiervorsätze. Grünes Lesebändchen. (Artikel 29098)

€ 2.000,–

Erstausgabe dieser seltenen Partitur in einem sehr schönen Exemplar. - Zu diesem bedeutenden Werk Campras lieferte Antoine Danchet das Libretto, welches auf Torquato Tassos "Befreitem Jerusalem" basiert. Die außerordentlich erfolgreiche Uraufführung war der Beginn des größten und langanhaltendsten Bühnenerfolgs Campras. Bereits 1697 erlangte er mit dem Ballett "L'Europe galante" seinen künstlerischen Durchbruch, danach folgte 1700 "Hésione", die erste der Tragédies lyriques, deren Partitur bei Ballard erschienen war. Campras Stellung als wichtiger Bühnenkomponist zwischen Lully und Rameau ist in der französischen Musik unumstritten, während er in der Kirchenmusik diesen Rang an Balbastre abgeben musste. - RISM C /CC 745; Hirsch II, 104.

     

Objekt des Monats November 2020

  

Zum 340. Todestag von Athanasius Kircher
(geboren am 2. Mai 1602 in Geisa (im Hochstift Fulda), gestorben am 27. November 1680 in Rom)
und dem 370. Jahrestag der Veröffentlichung seines Hauptwerkes „Musurgia universalis …“

Der Polyhistor, Theologe und Musiktheoretiker Athanasius Kircher erhielt neben seiner Schulausbildung früh eine Zusatzausbildung in Musik, Mathematik, Physik und Geographie. Im Jesuitenorden in Paderborn genoß er ab 1620 eine wissenschaftliche Ausbildung mit Studien in Logik, aristotelischer Physik und Metaphysik, welche durch das Theologiestudium in Mainz abgerundet wurde. Es folgten zahlreiche Professuren für Mathematik, Moralphilosophie sowie für semitische und orientalische Sprachen unter anderem in Würzburg und Avignon. Seine 1634 angetretene Professur in Rom hatte Kircher bis zu seinem Tode inne. Hier entstand auch der größte Teil seines grandiosen Hauptwerkes.

 

Athanasius Kircher - Musurgia Titel

Athanasius Kircher - Musurgia Einband

 

 

KIRCHER, A.: Musurgia universalis sive ars magna consoni et dissoni in X. libros digesta. 2 Bände in 1. Romae, F. Corbelletti und L. Grignani 1650. Folio. 10 Bl., 690 (recte 692) S., Kupfertitel, Portätkupfer, 10 Kupfertafeln; 1 Bl., 462 S., 18 Bl., 11 (4 gefalt.) Kupfertafeln. S. 387 mit geringem Textverlust repariert. Zahlreiche Holzschnitte und Notenbeispiele im Holzschnitt-Typendruck im Text. Sehr schöner und hervorragend erhaltener Schweinsleder-Holzdeckelband der Zeit mit blindgepressten Rollenstempeln und 2 Plattenstempeln: Luther und Melanchthon. Datiert 1688, 2 Messingschließen.  (Artikel 28076)
7.400,-

The most comprehensive compendium of musicology in the 17th century

Splendid copy in an exceptional binding of the original edition of Kichner’s main treatise. "Ein für seine Zeit wirklich umfassendes Kompendium der Wissenschaft von der Musik. Kirchner bediente sich dabei der Mitarbeit von Fachgelehrten und Ordensbrüdern in aller Welt. Er selbst war einer der großen Universalgelehrten seiner Zeit. In der Musurgia entwickelte er Einrichtungen zur Schallübertragung, akustische Abhör- und Überwachungsanlagen, Konstruktionen von Musikautomaten und eine Komponiermaschine, die sogar mehrfach gebaut wurde. Seine kosmologische Musikanschauung führte ihn zu der Erkenntnis eines Zusammenhangs zwischen Toncharakter und menschlichen Temperamenten. Im Sinne der Antike entwickelte er eine Art Musiktherapie." (MGG VII, 939). Das vielseitige und reich ausgestattete Werk ist "als Quelle zum Musikbegriff der Barockzeit, besonders zur Stil- und Affektenlehre" interessant (Riemann, Musik-Lex. I, 924). Ausführlich wird der Orgelbau behandelt. Das Werk ist ausgestattet mit einer Fülle von Notenbeispielen und Abbildungen in Holzschnitt sowie dekorativen Kupferstich-Tafeln mit Abbildungen von Musikinstrumenten, Vogelstimmen etc. - Ausführliches Inhaltsverzeichnis bei Forkel, Lit. S. 410-14. - RISM I, 449; Cortot 99; Eitner V, 369; Hirsch I, 266.

 

   Athanasius Kircher - Musurgia  
   Römischer Canon Angelicus zu 9 Chören und 36 Stimmen.  

Objekt des Monats August 2020

  

Zum 45. Todestag von Dmitri Schostakowitsch
(geboren am 25. September 1906 in Sankt Petersburg, gestorben am 9. August 1975 in Moskau)

Während sich Schostakowitsch dem Streichquartett erst spät, dafür aber mit stetig wachsender Begeisterung zuwandte, blieben die beiden Sätze für Streichoktett, op. 11, ein vorübergehendes Experiment des jungen Leningrader Komponisten. Sie entstanden 1924/25, zur gleichen Zeit wie seine 1. Sinfonie, op. 10. In ihren Satzbezeichnungen verraten sie musikalische Orientierungen, die auch für den reifen Schostakowitsch gültig blieben: der erste Satz, Präludium genannt, ist eine Hommage an Johann Sebastian Bach, der zweite, ein Scherzo, zeigt in seinem sarkastischen Ton bereits die Doppelbödigkeit späterer Schostakowitsch-Scherzi. Man kann in ihm Anklänge an die Ballettmusik Das goldene Zeitalter und an die ersten beiden Sinfonien hören.

 

Dmitri Schostakowitsch - Sehr seltene Originalausgabe

 

SCHOSTAKOWITSCH, D.: Zwei Stücke für Streichoktett (4 Violinen, 2 Violen, 2 Celli). Op. 11. (1: Präludium in d-Moll; 2: Scherzo in g-Moll). Partitur. Moskau, Wien und Leipzig, Musikselektion des Staatsverlages und Universal-Edition (VerlagsNr. M 7902 und U.E. 9055) 1928. Quart. 38 S. Anstreichungen und Notizen des Widmungsträgers, Titelblatt verso mit kl. Klebespur, am Rand etwas eingerissen. Mit handschriftlichem Namenszug von Paul Ehrlich und eigenhändiger Widmung (2 IV 1933) von Schostakowitsch. Originalumschlag mit Gebrauchsspuren, am Rücken mit Klebestreifen verstärkt. (Artikel 28955)

€ 3.500,-

Sehr seltene Originalausgabe in einem besonderen Arbeitsexemplar. Mit einer 4-zeiligen Widmung in Russisch an den Pianisten Heinrich Ehrlich: "Für meinen Lieben Heinrich Ehrlich als ein Andenken" mit Datum und Unterschrift des Komponisten.
Die zwei Stücke für Streichoktett entstanden in den Jahren 1924-1925. Die Uraufführung fand 9. Januar 1927 im Mozartsaal des Stanislawsky Theaters in Moskau mit den Glière- und Stradivarius-Quartetts statt. Gewidmet dem Andenken des Dichters und Freundes Wladimir I. Kurtschawow. - Hulme², S. 29; Werkverzeichnis Heyer, Sikorski², S. 22.

Objekt des Monats Juni 2020

  

Zum 210. Geburtstag von Robert Schumann
(geboren am 8. Juni 1810 in Zwickau, gestorben am 29. Juli 1856 in Bonn-Endenich)

Eines der berühmtesten Paare der Musikgeschichte

Im Jahr 1828 lernte der 18-jährige Robert Schumann als Klavierschüler im Hause Friedrich Wiecks die neunjährige älteste Tochter Clara kennen, die damals als pianistisches Wunderkind galt. Als Clara 16 Jahre alt wurde, kamen sich beide näher und es gelang den Liebenden, trotz der vielfältigen Versuche des strengen Vaters Wieck, das Verhältnis zu unterbinden, sich immer wieder zu sehen und auch brieflich in Kontakt zu bleiben. Die heimliche Verlobung erfolgte im August 1837. Clara verließ den väterlichen Haushalt nach einer Konzertreise nach Paris im Jahre 1839, im August desselben Jahres reichte das Paar Klage auf Genehmigung der Eheschließung beim Amtsgericht Leipzig ein, der ein Jahr später, gegen den Willen Friedrich Wiecks, stattgegeben wurde.

 

Eigenhändiger Brief von Robert Schumann

 

SCHUMANN, Robert: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift. Leipzig, 5. August 1840. Quart. 1 Seite. Doppelbogen. Mit Anschrift. (Artikel 27371)

5.000,-

Empfehlungsschreiben für seine Braut, die sich auf ihrer letzten Konzertreise als Clara Wieck befand. An Frau Henriette von Pogwisch (1776-1851), Weimarer Hofdame und Mutter von Goethes Schwiegertochter Ottilie gerichtet. "Meine Braut, deren Namen Sie wohl schon kennen, wie Ihre Tante Madame [Emilie] Carl von hier wünschen Ihnen durch mich vorgestellt [zu] werden. Die gütige Aufnahme, die mir vor drei Jahren in Ihrem verehrten Hause wurde, läßt mich hoffen, daß Sie auch den Empfohlenen zu Theil werde, bei welcher Gelegenheit Sie sich auch meiner erinnern möchten, der ich noch mit Freude an jene Tage in Weimar zurückdenke". Unterzeichnet "Dr. Robert Schumann". Am 1. August 1840 hatte das Gericht die Erlaubnis zur Eheschließung erteilt (gegen den Willen von Claras Vater). Clara begab sich gemeinsam mit ihrer Tante Emilie Carl, der Schwester ihrer Mutter auf die Konzertreise durch Thüringen. Schumann holte sie in Weimar ab und die kirchliche Trauung fand am Vorabend von Claras 21. Geburtstag am 12. September in der Gedächtniskirche Schönefeld bei Leipzig statt.

Objekt des Monats März 2020

  

Zum 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin
(geboren am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, gestorben am 7. Juni 1843 in Tübingen)

Friedrich Hölderlin erschuf mit seinem „Hyperion“ eine der größten Dichtungen deutscher Sprache. Der bereits 1792 in Tübingen begonnene und in Waltershausen umgearbeitete Roman liegt hier in seiner endgültigen Fassung vor, die jedoch erst nach Hölderlins Liebesbeziehung zu Susette Gontard abgeschlossen wurde, die das Modell für die Diotima in seinem Briefroman wurde. In das Widmungsexemplar an sie schrieb er: „Wem sonst als Dir“ und im beiliegenden Brief: „Hier unser Hyperion, Liebe! Ein wenig Freude wird diese Frucht unserer seelenvollen Tage Dir noch geben. Verzeih mirs, Daß Diotima stirbt. Du erinnerst dich, wir haben uns ehemals nicht ganz darüber vereinigen können. Ich glaubte, es wäre, der ganzen Anlage nach, nothwendig. Liebste! alles was von ihr und uns, vom Leben unseres Lebens hie und da gesagt ist, nimm es wie einen Dank, der öfters um so wahrer ist, je ungeschikter er sich ausdrükt …“

 

Erstausgabe von Friedrich Hölderlin: Hyperion oder der Eremit in Griechenland

 

HÖLDERLIN, F.: Hyperion oder der Eremit in Griechenland. 2 Bände in 1, Tübingen, J. G. Cotta 1797-99. 160 S.; 124 S. Vereinzelt geringfügig stockfleckig. Alter Name auf Titel und im Vorsatz. Vorsatzblätter unauffällig erneuert. Grünes Lesebändchen. Gutes Exemplar. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung. Ecken geringfügig bestoßen. (Artikel  28076)

20.000,-

Seltene Erstausgabe von Hölderlins Erstlingswerk. - Bruchstücke aus dem Roman erschienen 1794 erstmals in Schillers Zeitschrift "Neue Thalia". - "Die Dichte, in der sich poetische Sprache und geschichtsphilosophische Argumentation, Zeitkritik und religiöse Metaphorik verbinden, macht die Einzigartigkeit dieses Textes in der deutschen Literatur aus". (KNLL 7, 930). Auf Hölderlins Wunsch wurde das Buch in Antiqua in der Hopferschen Druckerei in Tübingen gedruckt. Man vermutet, dass sich die Auflage auf lediglich 300 bis 350 Exemplare belief. – Goedeke V, 471, 1; Stuttgart Hölderlin-Ausgabe 8, 349.

Iffland: Eigenhändiger Brief 1808

  

Zum 260. Geburtstag von August Wilhelm Iffland
(geboren am 19. April 1759 in Hannover, gestorben am 22. September 1814 in Berlin)

August Wilhelm Iffland war ein begnadeter Schauspieler, Intendant und Dramatiker. Er verfasste unzählige populäre Bühnenwerke, die seinerzeit sehr beliebt waren, heute aber nahezu vergessen sind. Als Schauspieler erlebte Iffland seinen ersten Triumph 1792 in Mannheim in der Rolle des "Franz Moor" in Friedrich Schillers "die Räuber" und gastierte an allen bedeutenden Bühnen im deutschsprachigen Raum. 1796 wurde er zum Direktor des Berliner Nationaltheaters ernannt, ab 1811 war er Generaldirektor der Königlichen Theater. Unter seiner Leitung entwickelte sich Berlin zu einer der führenden Theaterstädte Deutschlands.


Autographen - Brief von Wilhem Iffland

 

IFFLAND, August Wilhelm [1759-1814]: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, Ort und Datum. Berlin, 21.6.1808. Quart. 5 Seiten. Mit schwarz-gelber Seidenschnur geheftet. Papier an der Heftung etwas eingerissen. Teils etwas fleckig. (Artikel 26713)

€ 2.100, –

Umfangreicher Brief an einen österreichischen Regierungsbeamten, wegen eines Gastspiels in Wien. Er habe "von den Französischen Autoritäten" von August an sieben Wochen Urlaub erhalten und bittet den Empfänger, vor allem seine Gage mit der "Direction des Kaiserlichen Theaters" zu klären. " ... Ich stehe nicht in der Lage, bloß meiner Neigung zu folgen. Die Schicksale die uns betrofen, fordern Bemeßung, diese Wahrheit und daß es allenfalls bekannt ist, daß ich nicht geitzig bin, wird mich in gehöriges Licht stellen. Für nähmliche Rollenzahl, habe ich in Leipzig und Hamburg, zu meinem stets gewöhnlichen Acorde, zwanzig Stück Friedrichsd'ors für die Rolle, Anerbieten, welche auf kürzerenWege, in kürzerer Zeit, bei geringeren Kosten, zu erfüllen wären. Neigung und Dankbarkeit führen mich Wien zu, wenn der Erfolg, nur einigermaaßen mit der Anstrengung im Gleichgewicht stehen kann. Zu dem Ende muß ich proponiren für jede der zwanzig Rollen auf dem Burg und Kärnthner Thor Theater, statt der Einhundert und Fünfzig Gulden Wiener Banco, dreißig Stück Kaiserliche Dukaten, in natura empfangen. - Die Einnahme für meinen Vortheil, kann schicklicher Weise, nicht die erste Einnahme des Tages wo ich zum Erstenmahle spiele, sein. Ich würde dazu, ein neues Stück mir erbitten und mag es dann, eine Vorstellung in der Mitte der Zeit meines dort seins werden". Im nächsten Abschnitt geht er "ueber die Vorstellungsverhältnisse im dritten Theater (an der Wieden)" ein. "... Um Zeitverlust zu meiden, benenne ich indeß einige Stücke, darin ich spielen könnte ...". Es folgt eine Liste mit 16 Stücken mit Nennung der jeweils von Iffland selbst gespielten Rollen, z. B. "Emilia Galotti - Marinelli".


Berlioz: La Damnation de Faust 1854

  

Zum 150. Todestag von Hector Berlioz
(geboren am 11. Dezember 1803 in La Côte-Saint-André, gestorben am 8. März 1869 in Paris)

Herctor Berlioz galt als wichtiger Vertreter der Romantik in Frankreich. Er war der Begründer der sinfonischen Programmmusik und der modernen Orchesterinstrumentation. Seine revolutionären Kompositionen wurden von Zeitgenossen kaum verstanden und fanden erst lange nach seinen Tod Anerkennung. Sein Einfluss auf Komponisten wie Franz Liszt, Richard Strauss oder Nikolai Rimski-Korsakow ist unverkennbar. Mit dem „Grand Traité d’instrumentation“ von 1844 legte er die erste umfangreiche Intrumentenkunde vor, die in der Bearbeitung von Richard Strauss noch heute Gültigkeit hat.


Seltene Erstausgabe von Hector Berlioz

Seltene Erstausgabe von Hector Berlioz

 

BERLIOZ, H.: La Damnation de Faust Légende Dramatique en quatre parties ... OEuv:24. Grande Partition avec texte Francais et Allemande ... Traduction Allemande par Mr. Minslaff. Paris, S. Richault [PlattenNr. 11605.R] [1854]. Folio. Gestochenes Titelblatt, Lithographie von F. Sorrieu, 1 Bl. (Personnages), 32 S. (Vorwort Dt./Franz.), 410 S. Vereinzelt geringfügig stockfleckig, etwas späterer Halblederband. Gebrauchsspuren. Rückenschild erneuert. (Artikel 27998)

€ 1.600, –

Sehr seltene Erstausgabe mit den Merkmalen der Variante C. - Als Textvorlage diente Berlioz Goethes "Faust" in der französischen Übersetzung von Gérard de Nerval. Das Werk wurde in zwei Etappen komponiert.  Es geht auf ein Frühwerk Berlioz‘, „Huit scènes de Faust“ von 1828/29, zurück. Als der 25jährige Komponist Goethes Faust in der Übersetzung von Gérard de Nerval las, war er sogleich fasziniert und begann ab September 1828 mit der Umsetzung der Worte in Musik. Die Partitur erschien bereits im April 1829 als Opus 1. Nach einer wenig erfolgreichen Uraufführung fand Berlioz das Werk „unvollendet und sehr schlecht geschrieben“. Erst im Winter 1845/46 nahm er den Stoff auf einer Dirigier-Tournee durch Europa wieder auf und arbeitete alle „Huit scènes de Faust“ musikalisch und textlich umgearbeitet in die „Damnation de Faust“ ein. Das so entstandene Werk passt eigentlich in keine Rubrik, es ist weder Oper, noch Oratorium, noch Kantate oder Chorsymphonie. Die konzertante Uraufführung fand 1846 im Pariser "Salle Favart" der Opéra-comique unter der Leitung von Berlioz statt und war ein Misserfolg. Im Ausland, wie in Moskau, St.Petersburg oder Berlin, war das Stück unter dem Dirigat des Komponisten weitaus erfolgreicher als in Frankreich. Die ersten szenischen Aufführungen fanden erst ab 1893 statt und damit wurde aus der „dramatischen Legende in vier Teilen“ eine Oper. - Die fleurale Titelbordüre zeigt acht Werke von Berlioz und eine gedruckte Widmung an Franz Liszt. Die Lithographie zeigt Fausts Fahrt in die Hölle. - Hopkinson 54 A(c); Holoman Nr. 111.


Albumblatt mit Unterschrift von Hector Berlioz  

BERLIOZ, Hector [1803-1869]: Eigenhändiges musikalisches Albumblatt aus der "Symphonie fantastique" mit Unterschrift. Ohne Ort und, ohne Datum [nach 1830]. Quer-Oktav. 1 Seite. Unter Passepartout. Etwas gebräunt. (Artikel 27303)

€ 8.000,–

Großes, dekoratives Albumblatt, vom Komponisten überschrieben "Fragment de la Simphonie Fantastique. Scène du Bal". Die 28 Takte in 6 Zeilen sind mit "Valse" bezeichnet und stammen aus dem zweiten Akt der Symphonie. Das Werk gilt als eines der bedeutendsten Stück der romantischen Musik und als Schlüsselwerk der sinfonischen Programmmusik. Es ist im Titel bezeichnet mit „Episode aus dem Leben eines Künstlers. Phantastische Symphonie in fünf Sätzen“. Im Programmtext, den Berlioz zum besseren Verständnis der Sinfonie an das Publikum verteilen ließ, findet sich folgende Beschreibung der glanzvollen, hinreißenden Musik der Ballszene: „Der Künstler ist in die verschiedensten Lebensumstände versetzt: mitten in den ‚Tumult eines Festes‘, in friedvolle Betrachtung der Schönheiten der Natur; aber überall, in der Stadt wie auf dem Lande, erscheint ihm das geliebte Bild und versetzt seine Seele in Unruhe.“ Die Uraufführung fand im Dezember 1830 im Pariser Konservatorium statt und war ein „rasender Erfolg“ (Berlioz an seinen Freund Humbert Ferrand) Der neunzehnjährige Franz Liszt wohnte der Aufführung bei und war so begeistert von dem Werk, dass er sich sogleich entschloss, eine Klavierfassung davon anzufertigen, die er 1834 auf eigene Kosten drucken ließ. Die Partitur erschien erst nach Berlioz' Deutschlandtournee 1842.

Leoncavallo: Albumblatt, Brief, Zaza, Bajazzo

  

ZUM 100. Todestag von Ruggero Leoncavallo
(geboren am 23. April 1857 in Neapel, gestorben am 9. August 1919 in Montecatini Terme)

Der italienische Komponist und Librettist Ruggero Leoncavallo galt als Vertreter der Verismo-Oper, einer Strömung, die Ende des 19. Jahrhunderts in Italien aufkam. Diese Opern haben sozialkritische und realistische Themen zum Inhalt. Bekannt wurde Leoncavallo vor allem durch seine Oper „Der Pagliacci“. Die zweiaktige Oper fußt auf einem tatsächlichen Mordfall in Sizilien und wird in den heutigen Repertoirs häufig zusammen mit Pietro Mascanis Oper „Cavalleria Rusticana“ aufgeführt.

Zu seiner Oper „La Bohème“ verfasste er auch das Libretto nach dem Roman „Les scènes de la vie bohème“ von Henri Murger.


Eigenhändiges musikalisches Albumblatt von Ruggero Leoncavallo  

LEONCAVALLO, Ruggiero [1858-1919]: Eigenhändiges musikalisches Albumblatt mit Ort, Datum und Unterschrift. "London, 19. Sept. 1911 R Leoncavallo". Quer-Oktav. 1 Seite. Schwarze Tinte auf blauem Papier. (Artikel 18215)

€ 900, –

Aus seiner Oper "La Bohème", mit der Leoncavallo 1897 seinen gefährlichsten Nebenbuhler Puccini herausgefordert hatte, eine zweiaktige Phrase auf "Mimi la biondinetta" (1. Akt). 1911 leitete Leoncavallo eine Serie von Aufführungen seiner Oper "Pagliacci" (Der Bajazzo) im Londoner Hippodrome.


Eigenhändiger Brief von Ruggero Leoncavallo  

LEONCAVALLO, Ruggiero [1857-1919]: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift in französischer Sprache auf dem Briefbogen des Hotels Sacher. [Wien], 5.12.[18]97. Quart. 1 Seite. Mit dem Briefumschlag des Hotels Sacher (an der Seite aufgerissen). (Artikel 18215)

€ 680,–

An Herrn Dr. H. Steger, den er um seine Begleitung bei einem Besuch bei Erzherzog Eugen [Hoch- und Deutschmeister, 1863-1954] in der Getreidemarktkaserne ersucht: " ... Comme je vous avais promis j'ai fait la demande officielle à l'aide de camp de S.A.I. et R. L'Archiduc Eugène et ce soir je trouve a l'hotel l'ordre de me rendre demain lundi entre midi et une heure à Getreidemarkt Kasserne [!]. Voulez vous avoir la bonté de m'accompagner? ...".

LEONCAVALLO, R.: Zaza. Oper in 4 Aufzügen  

LEONCAVALLO, R.: Zaza. Oper in 4 Aufzügen. Text und Musik. Nach dem Schauspiel von P. Berton und Ch. Simon. Klavierauszug mit deutschem Texte [von F. Werner]. Mailand, E. Sonzogno (VerlagsNr. E 1053 S) [ca. 1913]. Folio. (5), 362 S. OLn. (Musikbibliothek Breitkopf & Härtel).

€ 150,–

Deutsche Erstausgabe. Selten. - Leoncavallo hatte mit seiner fünften Oper, 1900 erneut von Toscanini uraufgeführt, wenig Erfolg. Dem Sujet von der enttäuschten Varieté-Sängerin Zazà entsprechend, ist das Werk der Operette, dem Varieté und dem Chanson verwandt. Mit der ihm eigenen "Neigung zum Archaisieren" (E. Voss) weist Leoncavallo mit Zazà auf den Neoklassizismus des 20. Jahrhunderts voraus. - BSB 10, 3792; nicht in CPM.

   

LEONCAVALLO, R.: Der Bajazzo. Deutsch von L. Hartmann. [Textbuch]. Berlin, Fürstner (VerlagsNr. A. 4177 a. F.) [1892]. 47 S. Farbig ill. OU.

€ 20,–

Deutsche Erstausgabe.

 

Schumann: Eigenhändiger Brief 1838

  

Zum 208. Geburtstag von Robert Schumann
(geboren am 8. Juni 1810 in Zwickau, gestorben am 29. Juli 1856 in Endenich)

Robert Schumanns geplante Übersiedlung nach Wien sollte ein Neuanfang in seinem Leben sein und war auch mit Bemühungen für die gemeinsame Zukunft mit Clara Wieck geprägt. Wegen Lähmungserscheinungen an der rechten Hand hatte er seine erfolgreich gestartete Klaviervirtuosenkarriere aufgeben müssen und widmete sich fortan ganz der Komposition. Im Jahr 1838 setzte die produktivste Phase in seinen Klavierkompositionen ein; u.a. entstanden die „Kinderszenen“ und „Kreisleriana“.


Robert Schumann - Eigenhändiger Brief mit Unterschrift  

SCHUMANN, Robert [1810-1856]: Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. Wien, 16. Oct[ober] [18]38. Oktav. 1 Seite. Siegel, Teils etwas gebräunt. An den Knickfalten vereinzelt etwas eingerissen. (Artikel 27404)

€ 12.000,–

An seinen Wiener Freund Josef Fischhof, der ihn bei seiner geplanten Übersiedlung nach Wien unterstürzen wollte. Schumann hoffte auf eine Professur am Wiener Konservatorium und plante außerdem die Herausgabe der "Neuen Zeitschrift für Musik". Fischhof (1804-1857) Komponist, Autor und einer der gefragtesten Klavierlehrer der Stadt, sollte ihm Kontakte vermitteln. "Mein lieber Freund, Manches möchte ich mit Ihnen besprechen. Lassen sie mir Stunde und Ort sagen, wann und wo wir uns heute oder Morgen treffen wollen. ... Nach Briefen von Therese [Schumann, zu der Schumann eine tiefe Zuneigung verband. Sie war in erster Ehe mit Schumanns Bruder Eduard, dem Verleger, verheiratet] lechze ich wie ein Hund. Heute bleib ich mit Absicht um 12 Uhr zu Hause ... Montag in Weimar war mir eine liebe Überraschung. So kann man in W. Monde lang zusammen leben, ohne sich zu sehen, was in vielen Fällen freilich auch sein Gutes u. Treffliches hat - Nur hoffe ich nicht in Beziehung zu uns". - Schumann war wenige Tage vorher am 3. Oktober in Wien eingetroffen. Mit dem Entschluß sein Leben neu zu gestalten, wollte er Friedrich Wieck beweisen, daß er in der Lage wäre genügend Geld zu verdienen, um einen eigenen Hausstand zu gründen. Wieck hatte Schumann kurz vorher eine weitere Absage wegen der Heirat mit seiner Tochter Clara erteilt. - Im März 1839 kehrte Schumann erfolglos nach Leipzig zurück. Nun begann die härteste Phase in der Auseinandersetzung mit Wieck, denn Robert und Clara reichten eine Klage beim Leipziger Appellationsgericht ein. - Nicht gedruckt bei Jansen und Erler.

Brahms: Requiem Partitur Arbeitsexemplar von Karl Böhm

  

Zum 185. Geburtstag von Johannes Brahms
(geboren am 7. Mai 1833 in Hamburg, gestorben am 3. April 1897 in Wien)

Das „Deutsche Requiem“ stellte den Durchbruch des jungen Komponisten Johannes Brahms dar und ist bis heute eines seiner polpulärsten Werke. Die mehrere Jahre dauernde Arbeit am Deutschen Requiem fand ihren Abschluss bei der Uraufführung am 18. Februar 1869 im Leipziger Gewandhaus. Vorangegegangen waren Teiluraufführungen in Wien und Bremen. Die Texte aus der Bibel stellte Brahms ab 1861 selbst zusammen und komponierte im selben Jahr die beiden ersten Sätze. Nach dem Tod der geliebten Mutter 1865 nahm der Komponist die Arbeit am Requiem wieder auf und schrieb zuerst den vierten Satz, bevor er sich dem dritten widmete. Die Komposition fand 1866 mit den Sätzen fünf und sieben ein vorläufiges Ende, bevor Brahms den fünften Satz im Mai 1868 komponierte.

Clara Schumann schrieb in ihr Tagebuch, nachdem sie 1868 die Bremer Teil-Uraufführung besucht hatte: „Mich hat dieses Requiem ergriffen, wie noch nie eine Kirchenmusik … Ich musste immer … an meines teuren Roberts Prophezeihung denken „laßt den nur mal erst den Zauberstab ergreifen, und mit Orchester und Chor wirken“ – welches sich heute erfüllte. Der Stab wurde wirklich zum Zauberstab und bezwang alle, sogar seine entschiedensten Feinde“.


Brahms „Deutsche Requiem“ - Arbeitsexemplar von Dr. Karl Böhm  

BRAHMS, J.: Ein deutsches Requiem nach Worten der heiligen Schrift für Soli, Chor und Orchester. Op. 45. Partitur Leipzig, C.F. Peters (VerlagsNr. 10260) [ca. 1940]. Folio. 3 Bl.,191 S., 1 Bl. Zahlreiche Eintragungen und Anmerkungen mit farbigem Bleistift. Halbleinenband. (Artikel 28362)

€ 3.000,–

Arbeitsexemplar von Dr. Karl Böhm mit dessen eigenhändigen Namenszug im Vorsatz und auf dem Titelblatt. Handschriftliche Datierung aus dem Jahr 1943 in dem Böhm erstmals zum Direktor der Wiener Staatsoper ernannt wurde. Interessantes Exemplar, das Einblicke in die Arbeitswelt des berühmten Dirigenten gibt.

Händel: Tamerlane an Opera 1724

Erstausgabe von Georg Friedrich Händel - Tamerlane An Opera Compos'dErstausgabe von Georg Friedrich Händel - Tamerlane An Opera Compos'd

 

Zum 333. Geburtstag von Georg Friedrich Händel
(geboren am 5. März 1685 in Halle an der Saale, gestorben am 14. April 1759 in London)

HÄNDEL, G. F.: Tamerlane An Opera Compos'd by Mr. Handel And Corrected Figur'd by his own Hand. Engrav'd in Copper Plates ... [HWV 18] [Partitur]. London, Printed and sold by J. Cluer [1724]. Quart. 1 LS, 1 S. Privilegserklärung, 1 LS, Frontispiz,Titel, 1 S. Index., 89 Seiten. Notiz von alter Hand auf dem Vorsatz. Kleines Datum (Abschluss der Komposition) von alter Hand im weißen Rand des Titels. Lederband der Zeit. Titelschildchen in Gold auf rotem Maroquin. Gelenke gelockert. Gebrauchsspuren, Lederverlust an den Ecken. (Artikel 28193)

€ 8000,–-

Erstausgabe der Partitur einer der frühen Händel-Opern mit dem prächtigen Frontispiz in Kupferstich. Händel, der die Position des Musiklehrers der Prinzessinnen innehatte, erwies dem Hof die Gefälligkeit, vom gegen Ludwig XIV von Frankreich gerichteten Theaterstück "Tamerlane" eine Opernversion anzufertigen. Das Stück, das die Opernsaison im King's Theatre Haymarket am 31.10.1724 eröffnete wurde alleine im Oktober und November neunmal aufgeführt und somit ein großer Erfolg. Heute zählt die Oper zu den bedeutendsten Händels. Sie handelt vom Machtkampf zwischen dem mongolischen Eroberer Tamerlano und dem Sultan des osmanischen Reiches Bajazet, der dessen Gefangener ist. Tamerlano begehrt Asteria, die Tochter Bajazets, doch der Vater will eher sterben als die Tochter dem Feind zu überlassen. Die Hauptfigur des Bajazets wurde entgegen der damaligen Gepflogenheiten von einem Tenor gesungen, während der mongolische Eroberer von einem Countertenor verkörpert wird. Am Schluss des dritten Aktes schuf Händel mit dem groß angelegten Selbstmord Bajazets eine der außergewöhnlichsten und erschütterndsten Szenen seines Opernschaffens. Der Tyrann lässt sich dadurch erweichen, überläßt Asteria ihrem Geliebten Andronico und heiratet seine Verlobte Irene. - Im Jahr 2012 begeisterte Placido Domingo das Salzburger Festspielpublikum in der Rolle des Bajazets und machte die Oper damit zu einem Highlight der Festspiele. - Exemplar aus dem Besitz des blinden Harfenisten John Parry mit dessen handschriftlichem Ex-Libris. - Slg. Hoboken 43; Smith, 72/1; RISM H 350.

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Bach, Philipp E.: Sechs Clavier-Sonaten 1779-1787

Erstausgabe aller sechs Klaviersonaten Carl Philipp Emanuel Bach

 

Zum 230. Todesjahr von Carl Philipp Emanuel Bach

(geboren 1714 in Weimar, gestorben 1788 in Hamburg) 

„Er ist der Vater, wir sind die Bub’n. Wer von uns was Rechtes kann, hat von ihm gelernt“. (Mozart).

Carl Philipp Emanuel Bach war der berühmteste der vier, ebenfalls als Komponisten tätigen, Bachsöhnen. Er gilt als einer der bedeutendsten Musiker in der Zeit zwischen Barock und Klassik und hatte großen Einfluß u.a. auf Haydn und Beethoven.

BACH, C. Ph. E.: Sechs Clavier-Sonaten (nebst einigen Rondos fürs Forte-Piano) für Kenner und Liebhaber. [Wq 55-59,61] Erste (bis sechste) Sammlung in 1 Band. Leipzig, Im Verlage des Autors 1779-1787. Quer-Folio. Je Heft mit Titelblatt und Pränumeranten-Verzeichnis.  Anfangs einige Blatt mit Wasserrand am rechten oberen Blattrand. Etwas gebräunt. Sonst gutes Exemplar. Schöner, etwas späterer Halblederband mit Rückenvergoldung. Unteres Kapital leicht beschädigt. (Artikel 27994)

€ 9.500,–-

Erstausgabe der Sammlung aller sechs Klaviersonaten "für Kenner und Liebhaber" in Typendruck. Äußerst selten in dieser Vollständigkeit. - Der zweitälteste Sohn J. S. Bachs (1714-1788) lebte viele Jahre als Cembalo-Virtuose Friedrichs des Großen am Berliner Hof und später als Kantor und Musikdirektor in Hamburg,  wo auch die Sonaten entstanden sind. Sein Einfluß auf die Entwicklung des Klavierstils ist nicht hoch genug einzuschätzen, seine Verdienste um das Musikleben seiner Zeit enorm. Dementsprechend besaß er bereits zu Lebzeiten eine herausragende Stellung bei seinen Zeitgenossen, wie das Pränumeranten-Verzeichnis der Sonaten zeigt (u. a. Burney, Kirnberger, Marpurg, Schubart und Türk). - Die einzelnen Hefte, jeweils in Typendruck, wurden in der Breitkopfischen Offizin hergestellt. Die Sammlungen 1-3 liegen in der Ausgabe mit Diskantschlüssel (statt Violinschlüssel) vor. Beide Ausgaben sind gleichzeitig erschienen. - Hoboken 190, 192, 195, 196, 198, 201; RISM B 85, 87, 88, 90, 91, 93; Helm S. 262 f.

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Heine, H.: Eigenhändiger Brief 1824

Eigenhändiger Brief von Heinrich Heine

 

Heinrich Heine

(geboren am 13.12.1797 in Düsseldorf, gestorben am 17. Februar 1856 in Paris) 

Schöner, ausführlicher Brief des 26-jährigen Heinrich Heines an seine jüngere Schwester Charlotte, Ehefrau des Hamburger Kaufmanns Moritz Embden, der er über seine beabsichtigte Abreise aus Lüneburg und sein geplantes venezianisches Trauerspiel berichtet. Nach seiner Abreise aus Berlin im Mai 1823 hatte Heine einen studienlosen Sommer in Lüneburg verbracht.

Am 24. Januar 1824 traf er in Göttigen ein, um sich erneut an der dortigen Universität zu immatrikulieren, mit der festen Absicht, sein juristisches Studium mit der Promotion abzugschließen. Vorangegangen war die Aussöhnung mit seinem Hamburger Onkel Salomon, der selbst nach Heines zweimaliger Exmatrikulation bereit war, ihn weitere zwei Jahre zu finanzieren. Bedingung dafür war die Wahl des provinziellen Studienortes Göttingen, der ihn vor den gesellschaftlichen und literarischen Ablenkungen, die seine Studien in Berlin begleitet hatten, schützen sollte.

HEINE, Heinrich [1797-1856]: Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. Lüneburg, 9. Januar 1824 [recte 11.1.1824]. Großoktav. 2 1/4 Seiten mit Siegelspur. Adresse abgeschnitten, dadurch Textverlust von 3/4 der Seite, leicht fleckig. (Artikel 27333)
€ 48.000,–-

"Liebe kleine Person! Heute reise ich noch nicht; aber ich reise übermorgen wenn meine Hemde unterdessen trocken sind, und ein Brief, den ich von Berlin erwarte, angekommen ist. Du weißt noch von Hamburg her, daß ich überall, wo ich bin, so leicht kleben bleibe. Aber heut über acht Tag müssen die Thore und Menschengesichter Lüneburgs hinter mir seyn. Von meinen Eltern wird mir der Abschied schwer werden. Wir deklamiren Dein Trompeterstückchen: Calypso ne pouvoit se consoler du depart d’Ulysse - - Denkst Du aimable Französinn noch an jene Telemakzeit? Wie gern küßte ich Dir noch einmal die scharmanten Katzenpfötchen ehe ich mich aus dieser Gegend entferne! Auch von Amiechen wird mir der Abschied schwer. Die kleine Bestie hat mir hier wahrlich manche Stunde verschönert. Wenn ich des Abends lese sitzt das nette Thierchen auf meiner Schulter, und fängt immer an zu bellen wenn ich an eine schöne Stelle des Buches komme. Amiechen hat mehr Verstand u Gefühl als alle deutschen Philosophen u Poeten. - Vorgestern hab ich an Gustav geschrieben. - Ueber Deinen Brief vom 31 Dez habe ich mich recht gefreut. Es ist heute Sonntag, vielleicht habe ich mich oben im Datum geirrt. - Ueber Deine literarische Noth habe ich herzlich gelacht. Schreibe mir oft. Daß ich an einem Trauerspiel arbeite, wie man Dir berichtet, hat nicht ganz seine Richtigkeit. Ich habe nemlich noch keine Zeile davon geschrieben, und das Stück existirt bis jetzt bloß in meinem Kopfe; wo noch manche andere Stücke und noch viele gute Bücher bereit liegen. Aber jetzt bin ich zu krank um etwas zu schreiben und meine wenigen gesunden Stunden sind meinen Studien gewidmet. Es ist jetzt überhaupt noch immer die Zeit der Saat bey mir; ich hoffe aber auf eine gute Erndte. Ich suche die verschiedenartigsten Kenntnisse in mir aufzunehmen u werde mich in der Folge desto vielseitiger u ausgebildeter als Schriftsteller zeigen. Der Poet ist bloß ein kleiner Theil von mir; ich glaube Du kennst mich hinlänglich um dieses zu begreifen. Deinen Rath recht viele in meinem Trauerspiel sterben zu lassen hab ich mir bemerkt. Ach Gott, ich wollte ich könnte alle meine Feinde darinn sterben lassen. Den Pfuscher grüße mir recht viele tausendmahl. Wiederhole ihm die Versicherung meiner Freundschaft. Wer mein kleines Lottchen liebt den liebe ich auch. Außerdem bin ich ja auch ein großer Verehrer von Archenholz. Grüße mir auch Adolf Emden und dessen Lottchen, so wie auch die Familie Jaques u Fanny u Mama." (Der anschließende Briefteil fehlt.) "Ich hoffe, liebes Lottchen, daß Du mir in Göttingen viele liebe Briefchen zukommen lassen wirst; jedes derselben erheitert meine Seele. Alles was Du schreibst ist so lieb u klar; wie ein reiner Spiegel, zeigt mir jede Zeile Dein gutes Originalgemüth. Lebe wohl u behalte mich lieb H. Heine." - Erläuterungen: "Brief": von seinem engen Freund, dem Bankangestellten Moses Moser, den Heine um Übersendung eines Abgangszeugnisses der Berliner Universität gebeten hatte, das er für die Fortsetzung seines Studiums in Göttingen benötigte. - "Calypso": Fénelon, Les aventures de Telemaque, fils d’Ulysse, 1699. - "Trauerspiel": Heine wollte ein Drama in fünf Akten schreiben, dessen Handlung in Venedig spielen sollte. Er gab den Plan jedoch im Herbst des Jahres auf. - "Pfuscher": Charlottes Ehemann, Moritz Embden. - "Archenholz": der Historiker und Schriftsteller Johann Wilhelm von A., 1743-1812. - "Familie Jaques u Fanny u Mama": die Familie des Kaufmanns Theodor Jacques und seiner Ehefrau Emilie geb. Embden; mit Mama ist Esther Embden geb. Cohen, die Mutter von Adolph und Moritz Embden, gemeint; Fanny ist Heines Cousine, die zweite Tochter Salomon Heines, seit 1818 mit dem Arzt Christian Wilhelm Schröder verheiratet. - In der Säkularausgabe Band 20 unter Nr. 90 nach einer Photokopie gedruckt; der fehlende Briefteil war schon damals nicht mehr vorhanden.

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Hauff, W.: Eigenhändiger Brief 1827

Eigenhändiger Brief von Wilhelm Hauff

 

Wilhelm Hauff

(geboren am 29. November 1802 in Stuttgart, gestorben am 18. November 1827 ebenda) 

Wilhelm Hauff war einer der berühmtesten Märchenerzähler der Spätromantik. In seinem nur 25 Jahre währenden Leben schuf er noch heute beliebte Märchen wie „Zwerg Nase“, „Kalif Storch“, „der kleine Muck“ oder “das kalte Herz“.

Nach seinem Vorbild Walter Scott begründete Wilhelm Hauff den historischen deutschsprachigen Roman. Sein berühmtestes Werk, die Sage „Lichtenstein“ um den Württembergischen Herzog Ulrich veranlasste Wilhelm, Graf von Württemberg, in den Jahren 1840-42 auf den Ruinen der alten Burg eine Ritterburg im Stil des Mittelalters zu erbauen. In der Verlagsankündigung von „Lichtenstein“ des Verlegers Franckh in Stuttgart am 3. Januar 1827 stellt er Hauff als „neuesten Lieblingsdichter“ dar und damit auf eine Stufe mit dem überaus erfolgreichen Walter Scott.

„Der schwäbische Walter Scott“ bietet im Dezember 1826 dem Verleger Friedrich Brockhaus sechs Beiträge für die „Blätter für literarische Unterhaltung“ an. Am 5. Januar und am 20. Februar bittet Brockhaus Hauff ihm endlich den angebotenen Aufsatz über das „Leben Napoleons“ von Walter Scott zu übersenden. Wilhelm Hauff antwortet jedoch erst am 20. März mit folgendem Brief:

HAUFF, Wilhelm [1802-1827]: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift "Dr. Wilh. Hauff". Stuttg[art], 20. III. [18]27. Groß-Quart. 1 Seite. Leicht gebräunt. Mit Siegelrest und Blattausriß durch Siegelbruch (ohne Textverlust). Poststempel. (Artikel 27950)

€ 15.000,–-

Von größter Seltenheit - aus seinem Todesjahr. - Brief an den Verleger Friedrich Brockhaus in Leipzig bei dem Hauff sich für seine bisher nicht gelieferte Rezension von Walter Scotts "Leben Napoleons Bonapartes" für die "Blätter für literarische Unterhaltung" rechtfertigt. "... Klagen Sie nicht mich an ..., sondern wälzen Sie in Gottes Namen alle Schuld auf Treutel und Würz in London. Es ist eine ärgerliche Geschichte. In meinem Pult liegt eine vollständige Recension über die 4 ersten Bände von W. Scotts 'Napoleons Leben' bereit, die ich gleich Anfangs für Ihr Blatt bestimmt habe. Nun hat der Franckh (Verleger), der Treuteln die Aushängebogen abkauft, den Vertrag eingegangen, unter keiner Art und Form, früher etwas auszugeben als das Original in London erschienen ist, denn sie wollen dort alle 7 Bände auf einmal erscheinen laßen und Europa überraschen ... Ich bekam die Aushänge Bogen ... nur unter der Bedingung, früher nichts davon druken zu laßen als biß Treutel und Würz ... ankündigen es sei so eben erschienen. Nun weiß ich nichts beßeres zu thun als mein Manuscript Ihrer Di[s]cretion zu übergeben, vorausgesezt daß Sie wollen ... dann druken Sie frisch und munter und sind immer noch der Erste in Teutschland, der eine Critik geben kann ... Noch einen anderen, freilich gewagten Vorschlag könnte ich Ihnen machen. Ich könnte die Recension in eine Briefform einkleiden, solche von London datieren und Ihrem Blatt von W. Scotts Napoleon erzählen. Freilich müßten Sie mich dann mit Ihrem Wort versichern, daß Sie mich, im Fall Treutel etc Lärm schlagen, gänzlich aus dem Spiel laßen und lieber Gott, die Welt und den Teufel belügen, als mich nennen. Schreiben Sie mir bald ...". - Starke Expansion und Aufschwung im Buchhandel führten in der Zeit zu einem erbitterten Kampf um Marktanteile. "Das Beispiel Scott führte den Verlegern vor, welche Geschäftserfolge mit geeigneter Übersetzungsliteraur zu erzielen waren" (N. Bachleitner, „Übersetzungsfabriken“. Das Deutsche Übersetzungswesen i. d. ersten Hälfte des 19. Jhdts., S. 7).

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Méhul: Mélidore et Phrosine Partitur 1794

Erstausgabe von Etienne-Nicolas Méhul: Mélidore et Phrosine

 

Zum 200. Todestag von Etienne-Nicolas Méhul

(geboren am 22. Juni 1763 in Givet/Ardennen, gestorben am 18. Oktober 1817 in Paris) 

Méhul gehörte zu einem der bedeutendsten Komponisten der Revolutionszeit und Wegbereiter der Romantik, der auch außerhalb Frankreichs große Bedeutung erlangte. Er schrieb mehr als 40 Opern.

MÉHUL, [E. N.]: Mélidore et Phrosine. Drame lyrique en trois actes. Paroles du Citoyen [Vincent] Arnauld. [Partitur mit Text]. Représenté pour la première fois sur le Théatre Lyrique de la rue Favart, le 17 Germinal, l’An second de la République Francaise. Paris, Cousineau Pere et Fils (ohne PlattenNr.) [1794]. Folio. 300 S. Titelblatt mit handschriftlicher Signatur des Verlegers. Papierbedingt etwas gebräunt. Pappband der Zeit mit farbigem Rücken- und Deckelschild. (Artikel 21937)

€ 1.200,–-

Sehr seltene Erstausgabe der Partitur. Exemplar aus der Sammlung des französischen Komponisten Charles-Simon Catel (1773-1830), der zur gleichen Zeit wie Méhul am Pariser Conservatorium unterrichtete. Die Oper gilt mit ihrer Hinwendung zu Jean-Jacques Rousseaus Naturideal und ihrer Phantastik des Revolutionspathos als ein markantes Beispiel einer frühen französischen romantischen Oper. "Méhul gehört einer Komponistengeneration an, die nicht nur verschiedene Phasen der französischen Musik durchlaufen, sondern auch zu deren Ausgestaltung beigetragen haben. Die entscheidende Phase von Méhuls schöpferischer Arbeit fand in der Französischen Revolution statt, während er Werke komponierte, die unmittelbar als symbolisch für die unruhige Epoche erkannt wurden. In seinen Opern treibt er Techniken auf ihren Höhepunkt, die seine Vorgänger während der 1780er Jahre entwickelt hatten, darunter in erster Linie die Bereicherung des orchestralen Satzes" (MGG²). - Lt. Vorbesitzer kam das schöne Exemplar später in die Bibliothek von Vincent D'Indy.  - RISM M 2026; Clement/Larousse 729; nicht BSB; CPM 38,376.

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Grieg: Eigenhändiger Brief 1887

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musikautograpen edvard grieg eigenhaendiger brief mit unterschrift 27920 versokl

 

Zum 110. Todestag des bedeutenden norwegischen Komponisten und Pianisten Edvard Grieg

(geboren am 15. Juni 1843 in Bergen, gestorben am 4. September 1907 ebenda) 

In den 1880 Jahren war Edvard Grieg einer der meist gespielten und berühmtesten Komponisten Europas. Den Norweger, der zwischen 1858 und 1862 am Leipziger Konservatorium studierte, verband neben dem Musikverlag C.F. Peters, mit dem er 1889 einen Generalvertrag schloss, auch eine Freundschaft zum Leipziger Verleger Ernst Wilhelm Fritzsch (1840-1902). „Vor der Klosterpforte“, das auf dem Gedichtzyklus „Arnljot Gelline“ von Björnstjerne Björnson basierende Werk für Chor und Orchester, war eine Komposition, die Grieg sehr schätze und häufig, sowohl in Norwegen als auch im Ausland, aufführte. Der bekannte Operndichter-Komponist Franz von Holstein übersetzte den norwegischen Text ins Deutsche.

GRIEG, Edvard [1843-1907]: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Bergen, Norwegen d. 12. Juli 1887. 4 Seiten auf braunem Papier mit den gedruckten Initialen am Kopf. Papier recto etwas ausgebleicht, Knickfalten. Kleine Fehlstelle am unteren Falz ohne Textverlust. (Artikel 27920)

€ 6.500,–-

Schöner, inhaltsreicher Brief an den Leipziger Verleger Ernst Wilhelm Fritzsch auf Deutsch: "Lieber Fritzsch! Hiermit folgt die Correctur. Der französische Text ist oft ganz falsch unterlegt, was ich immer durch NB. und Striche bezeichnet habe, und ich bitte nun den Stecher, ja mit der größten Sorgfalt zu verfahren. Hoffentlich folgt bald Correctur auf den Orchesterstimmen, auf der Orgelstimme, die bis jetzt immer noch fehlt, und auf den Chorstimmen. Was Du mir von dem Streichquartett schreibst, freute mich ungemein. Ich vergesse nicht leicht, wie das Werk nach der ersten Leipziger Aufführung von der Presse behandelt wurde und bin nicht bescheiden genug um nicht zu fühlen, das mir damals Unrecht geschah. Sollten jetzt liberalere Ansichten in der Leipziger Presse vertreten sein, dann wäre allerdings gerade Brodsky, der mir so sympatische Künstler, der rechte Mann. Ich bin aber in dieser Beziehung kein Sangoiniker, nachdem meine Holberg-Suite [op. 40], eine Gelegenheitsarbeit im Zopfstyl, wo jede Spur von eigener Persönlichkeit sorgfältig verdeckt erscheint, einen ebenso komischen, als für den Gewandhausgeschmack charakteristischen Erfolg zu Theil wurde. Hoffentlich hat Brodsky selbst die Aufführung des Quartetts vorgeschlagen!?

Ich hatte eine schlechte Zeit. Meine Gesundheit machte mir lange so viel zu schaffen, das ich mich zum Componieren nichts weniger als angeregt fühlte. Ende dieses Jahres - spätestens - hoffe ich dich in Leipzig begrüßen zu können. Mit freundl. Gruß dein Edvard Grieg. P.S. Die in deinem Briefe erwähnten 75 Mark habe ich dankend empfangen."
Bei dem zu korrigierenden Werk handelt es sich um op. 20 "Vor der Klosterpforte" für Frauenchor mit Orchesterbegleitung, dessen Partitur, Orchester-, Solo- und Chorstimmen bei Fritzsch bereits 1876 erschienen war. Das Werk widmete Grieg damals Franz Liszt. Im November 1888 erschien im Fritzsch-Verlag die Erstausgabe des Klavierauszugs.
Grieg spricht Fritzsch auf das g-moll-Streichquartett an, das der Verleger 1879 herausbrachte, nachdem es von Dr. Abraham vom Peters-Verlag abgelehnt worden war. Das am 30.11.1878 im Gewandhaus aufgeführte g-moll-Quartett wurde vom Kritiker Bernsdorf, wie schon 6 Jahre zuvor das a-moll-Konzert, völlig zerrissen. Die Bedeutung des Werkes war indes Franz Liszt klar, der es als "ungewöhnliches und vorzügliches Werk" lobte.

Der russische Geiger Adolf Brodsky brachte am 10.12.1887 die Griegsche c-Moll Sonate im Neuen Gewandhaus zur Uraufführung, die ein großer Erfolg wurde. Im Februar 1888 trat das Brodsky-Quartett mit dem g-moll-Streichquartett auf und dieses Mal wurde es ein großer Triumph für den Komponisten. - So lange und inhaltsreiche Briefe sind eine Seltenheit bei Grieg.

Als Beilage ein ovales Porträt Griegs (16x12 cm).

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Wagner, R. und Heine, F.: Eigenhändiger Doppelbrief 1842

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doppelbrief von richard wagner und ferdinand heine26410 versokldoppelbrief von richard wagner und ferdinand heine26410 Text zu Wagnerkl

 

Zum 204. Geburtstag von Richard Wagner

(geboren am 22. Mai 1813 in Leipzig, gestorben am 13. Februar 1883 in Venedig)

Richard Wagners erster echter Bühnenerfolg war die Uraufführung des „Rienzi“ am 20. Oktober 1842 in Dresden. Wagner quartierte sich im Hause des Schauspielers Ferdinand Heine ein, den er bereits aus Kindertage kannte. Dieser war neben seiner Mitgliedschaft am Dresdner Schauspiel auch ein begnadeter Kostümzeichner und zuständig für die Kostüme im „Rienzi“. Die Titelrolle der Oper wurde von Joseph Tichatschek gesungen, dem prominentesten Heldentenor seiner Zeit, für die Partie des Adriano konnte Wagner die berühmte Mezzosopranistin Wilhelmine Schröder-Devrient gewinnen.

WAGNER, Richard [1813-1883] und Ferdinand HEINE [1798-1872]: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Ohne Ort, Juni 1841 [recte 1842]. Oktav. 2 Seiten. (Artikel 26410)

€ 5.600,–

Früher Wagnerbrief von absoluter Seltenheit. - Heiterer Doppelbrief der Freunde Richard Wagner und Ferdinand Heine an Joseph Tichatscheck. "Es war im Juni 1842 (nicht 1841 wie Wagner in der Zerstreutheit schreibt). Bei Frau Pauline Tichatscheck (deren Namen in kleinem Golddruck am Kopfe des goldgeränderten Briefblattes steht) hatten sich die Dresdner Freunde, der Hofschauspieler Ferdinand Heine und der kurz zuvor aus Paris in die Heimat zurückgekehrte Richard Wagner zusammengefunden. Tichatscheck selbst war auf Gastspiel in London (wie ein Vermerk von seiner Handschrift rechts oben angibt); da haben die beiden an ihn diesen lustigen Doppelbrief losgelassen, dessen Anrede von Heine, dessen erste Zeile von Wagner geschrieben ist, worauf dann, wie leicht zu ersehen, die zwei Schreiber sich  bei jeder Zeile abgewechselt haben, oder besser: Heine hat sich den Spass gemacht, zwischen die Zeilen seines jungen Freundes einen zweiten Brief zu schreiben. Der ungeduldige junge Musiker weiss schon, dass der 'Rienzi' vor Mitte Oktober nicht gegeben werden kann (was denn auch eintraf)". (Die Musik Jg. 6, 1906-07, Heft 10, hier ist auch der komplette Text abgedruckt).

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Walser, M.: Eigenh. Manuskript "Die Stadt der Städte" 2006

Martin Walser - Eigenhändiges Manuskript


Martin Walser - Eigenhändiges Manuskript

 

Martin Walser

(geboren am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee)

Im Jahr 1981 reiste Martin Walser zur Leipziger Buchmesse, um aus seinen Romanen zu lesen. Die Partei-Funktionäre verboten ihm damals, den DDR-Schriftsteller Gert Neumann zu treffen, der in seinem Roman „Elf Uhr“ die trostlosen Zustände in der DDR schilderte und deswegen in Ungnade gefallen war.

WALSER, Martin: Eigenhändiges Manuskript "Die Stadt der Städte" mit Unterschrift. Quart. 11 Seiten. Mit zahlreichen Streichungen und Zusätzen. Auf den Rückseiten von Typoskriptblättern seines Romans "Angstblüte" (2006) geschrieben. (Artikel 27340)

€ 1.200,–

"Zum ersten Mal habe ich in Leipzig, glaube ich, am 7. März 1981 gelesen. Im Gewölbe der Bastei, das von den Studenten wieder ausgegraben worden war ... Eingeladen hatte Professor Pezold. Ich wohnte im Hotel Astoria, Zimmer 103. Meine Reisebuchführung sagt, daß ich auch bei späteren Lesungen in diesem schwermütigen Hotel wohnte ... Die Vorhänge waren kaum dazu zu bewegen, noch Tageslicht hereinzulassen. Aber unten, der Speisesaal machte alles wieder gut: eine gewaltige figurenreiche Tübke-Wand. Das erwähne ich nur, weil es nichts mehr davon gibt ... Jetzt lädt Michael Hametner ein. Seine allen Untiefen gewachsene Steuerfähigkeit könnte den Lesenden leichtsinnig werden lassen. Und das wäre falsch ... (...) ... Natürlich versuchte ich, als ich in Leipzig einem Mächtigen gegenübersaß, ihn dazu zu bewegen, meinen Kollegen Gerd Neumann besser zu behandeln. Immerhin ist er der Verfasser des ebenso inhaltsreichen, wie stilistisch abenteuerlich schönen und, was die DDR betraf, sicher hochgenauen Romans ‘Elf Uhr’ ...".

Beiliegend eine farbige Portraitphotographie mit eigenhändigem Namenszug auf der Bildseite, aufgenommen während seiner Dankesrede beim Festakt in der Frankfurter Paulskirche am 11. Oktober 1998 als er mit dem Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels auszeichnet wurde (17,5× 23,5 cm; Aufnahme: Faßbender). Walsers umstrittene Rede war der Grund, warum seine Bücher in den U.S.A. lange Zeit tabu waren.

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Krenek, E.: 1. "Jonny spielt auf" 2. Eigenh. Albumblatt etc.

KRENEK, Ernst: Jonny spielt auf. Oper in 2 Teilen.

 

KRENEK, Ernst [1900-1991]: Eigenhändiges Albumblatt mit Datum und Unterschrift.

KRENEK. - TAKÁCS, J.: Potpourri aus der Oper "Jonny spielt auf"KRENEK, Ernst: Blues "Leb' wohl, mein Schatz" aus der Oper "Jonny spielt auf".

 

Ernst Křenek (ab 1938 Krenek)

(geboren am 23. August 1900 in Wien, Österreich, gestorben am 22. Dezember 1991 in Palm Springs (CA), USA)

Komponist, Musikschriftsteller, Librettist, Schriftsteller, Dirigent, Pianist, Professor, Hochschullehrer, Pädagoge.

KRENEK, Ernst: Jonny spielt auf. Oper in 2 Teilen. Op. 45. Klavierauszug mit Text vom Komponisten. Wien, Universal-Edition (VerlagsNr. U.E. 8621) Copyright 1926. Abzug XI. 1927. Quart. 213 S. Handschriftlicher Vermerk auf Titel. Originalumschlag. (Artikel 21331) 


€ 200,-


Die Uraufführung dieser Jazz-Oper am Leipziger Stadttheater 1927 wurde zum überwältigenden Welterfolg, der dem Komponisten fortan ein finanziell unabhängiges Schaffen ermöglichte. In kurzer Zeit folgten mehr als 100 Inszenierungen im In- und Ausland. Den Text schrieb Krenek selbst. Motorische Rhythmen und moderne Tänze bilden das musikalische Gerüst, das er mit seiner homophonen, durchsichtigen Schreibweise zu einem "vielfach schillernden Bühnenstil" (K. H. Wörner) verbindet. Die Hauptfigur eines Schwarzen nahmen dann vor allem die Nazis zum Vorwand, gegen Komponist und Werk eine regelrechte Hetzkampagne zu starten: "Ernst Krenek propagierte in 'Jonny spielt auf' die Rassenschande als die Freiheit der 'Neuen Welt'" ("Entartete Musik", Düsseldorf 1938, S. 16). - BSB 9, 3509; CPM 33, 251; Stewart S. 452. (Bestell-Nr. 21331)


KRENEK, Ernst [1900-1991]: Eigenhändiges Albumblatt mit Datum und Unterschrift. Wien, 20. Sept. 1964. Quer-Oktav. 3/4 Seite.

€ 450,-


"Zwölftonreihe aus den Zwölf Variationen. Op. 79". Auf gedrucktem Notenpapier. - Krenek wandte sich in den 20iger Jahren immer mehr der neuen Musik zu, womit er bald den Ruf eines "enfant terrible" innehatte. Um 1930 entschied er sich für das Komponieren mit der Zwölftontechnik. 1938 emigrierte er nach den USA und wurde bald zu einem sehr gefragten Komponisten und Theoretiker. (Bestell-Nr. 18201)

KRENEK. - TAKÁCS, J.: Potpourri aus der Oper "Jonny spielt auf". Op. 45. Arrangement von Jenö Takács. Piano solo. Wien und Leipzig, UE (VerlagsNr. U.E. 8960) 1927. Quart. 28 S. Farbig illustrierter Originalkarton.

€ 150,-


Erstausgabe dieser Bearbeitung durch den ungarischen Komponisten und Pianisten Jenö Takács (1902-2005). Den 13 Nummern sind fallweise die entsprechenden Texte der Oper übergelegt. Der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen. - Sehr selten. (Bestell-Nr. 19705)


KRENEK, Ernst: Blues "Leb' wohl, mein Schatz" aus der Oper "Jonny spielt auf". Piano solo mit Text. Arrangement von Gustav Blasser. Wien, UE (VerlagsNr. U.E. 8871) [1928]. Quart. 3 S. Ill. Originalkarton.

€ 100,-


(Bestell-Nr. 19166)

Heine, H: diverse Erstausgaben: Atta Troll, Doktor Faust etc....

   

Heinrich Heine
(geboren am 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, gestorben am 17. Februar 1856 in Paris)

Um das tatsächliche Geburtsdatum Heines ranken sich Mythen. Selbst Heine machte daraus eine spannende Angelegenheit und trug zur Mystifizierung bei. „Heine hat mit dieser dunklen Stelle seiner Biographie zeitlebens spielerisch-geheimnisvoll operiert“:

„Wie alt sind denn Sie, Dottore?“
„Ich, Signora, bin in der Neujahrsnacht
Achtzehnhundert geboren.“
„Ich habe Ihnen ja schon gesagt“,
bemerkte der Markese, „es ist einer
der ersten Männer unseres Jahrhunderts.“
(Reisebilder. Dritter Teil. Die Bäder von Lucca).
(E. Ziegler in „Heinrich Heine. Leben, Werk, Wirkung“, S. 11).

Alle offiziellen Unterlagen wurden durch Brand in Hamburg und Düsseldorf vernichtet. Schließlich einigte sich die Heine-Forschung auf den 13. Dezember 1797 als Geburtsdatum.

Erstausgaben von Heinrich Heine finden Sie auch in unserem Online-Katalog

HEINE, H.: Atta Troll. Ein Sommernachtstraum. Hamburg, Hoffmann und Campe 1847. XIV, 158 S., 3 Bl. Verlagsanzeigen. Gebräunt. Halblederband der Zeit mit ornamentaler Rückenvergoldung.

HEINE, H.: Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Hamburg, Hoffmann und Campe 1851. 103 S. ohne Bl. Verlagsanzeige. Illustrierter Originalumschlag.

HEINE, H.: Französische Zustände. Hamburg, Hoffmann und Campe 1833. XXVI S., 1 Bl., 408 S. Stärker braunfleckig. Pappband unter Verwendung des Originalumschlags.

HEINE, H.: Heinrich Heine über Ludwig Börne. Hamburg, Hoffmann und Campe 1840. 2 Bl., 376 S., Vortitel gestempelt. Teils stockfleckig. Blindgepresster Leinenband der Zeit. Fleckig.

HEINE, H.: Romanzero. Hamburg, Hoffmann und Campe 1851. VI, 314 S. Leinenband der Zeit mit reicher ornamentaler Rückenvergoldung.

HEINE, H.: Ueber den Denunzianten. Eine Vorrede zum 3. Theile des Salons. Hamburg, Hoffmann und Campe 1837. 1 Bl., 39 S. Farbiger, illustrierter Originalumschlag.

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Werfel, F: Eigenhändiger Text zum "Hussitenlied" 1933

Autographen: Eigenhändiger Text von Franz Werfel des Schriftstellers Franz Werfel zum  

Franz Werfel
(geboren am 10. September 1890 in Prag, gestorben am 26. August 1945 in Beverly Hills)

WERFEL, Franz [1890-1945]: Eigenhändiger Text zum "Hussitenlied", am Unterrand nachträglich signiert und datiert. "Wien, 1933". Folio. 1 Seite. 12 Notenzeilen, 2 Textstrophen. Tinte und Bleistift. Leichte Randläsuren. Knickfalte. (Artikel 18389)

€ 1800,-

Werfels Interpretation des wohl berühmtesten Hussitischen Kampfliedes "Ktož jsú boží bojovníci", das ein Symbol der nationalen Identität für die tschechischen Komponisten im 19. und 20. Jahrhundert wurde (vgl. New Grove², Bd. 6, S. 809). Dvorak verwendete es in seiner Hussiten-Ouvertüre und Smetana in "Mein Vaterland". In dieser einstimmigen Vertonung ist der ursprüngliche Text gestrichen und durch seinen eigenen ersetzt: "Die Ihr Gottes heilge Streiter, vollstreckt was er kündet! ... Dass er uns endlich führ zu Sieg und Leben." (Bestell-Nr. 18389)

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Mann, Th.: Eigenhändiger Brief 1948

Seltene Autographen: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift von Thomas Mann  

Thomas Mann
(geb. am 6. Juni 1875; gestorben am 12. August 1955)
zum 60. Todestag

MANN, Thomas [1875-1955]: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift. Pacific Palisades, 12. Jan[uar] 1948. Großoktav. 1 1/2 Seiten. Gedruckter Briefkopf. (Artikel 27223)

€ 5600,-


An den Filmregisseur und Schauspieler William Dieterle über seinen im Herbst 1947 erschienenen Roman "Doktor Faustus". "... Ich weiss nicht, was es ist mit diesem Buch, aber nie habe ich begieriger und gespannter auf das Echo eines Werkes gelauscht, und die Stimme eines Künstlers von Ihrem Feingefühl in aesthetischen und moralischen Dingen muss mir von beruhigender Wichtigkeit sein.
(...). Ich habe mit Früherem manche Wirkung hervorgebracht, aber zum ersten Mal geschieht es, dass ich Tränen sehe in den Augen meiner Leser. ... Mir selbst ist dies Buch nahe gegangen und hat an mir gezehrt wie kein anderes ...". - Wilhelm (William) Dieterle (1893-1972) arbeitete einige Jahre als erfolgreicher Regisseur bei Warner Bros. in Hollywood. Er kehrte Ende der 1950er Jahre nach Europa zurück. - Nicht abgedruckt in Regesten und Register. (Bestell-Nr.27223)

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Claudius, M.: Wandsbecker Bote Asmus omnia 1775 - 1812

Matthias Claudius - ASMUS omnia sua SECUM portans

 

Matthias Claudius
(15.8.1740 – 21.1.1815)


Matthias Claudius kommt 1740 zur Zeit der Aufklärung zur Welt. In Plön besuchte er die Lateinschule. Studium in Jena. 1771 - 1775 gibt er die von J. J. Bode begründete Volkszeitung ‚Der Wandsbecker Bothe', die viermal wöchentlich erscheint, heraus. Lebte auch später meist in Wandsbeck (heute Wandsbek), dann in Altona und Hamburg. Zu seiner Zeit wirken u.a. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Friedrich Hölderlin (1770 – 1843) und Bettina von Arnim (1785 – 1859). Claudius stand dem Kreis um F. G. Klopstock, J. H. Voss und F. L. Stolberg in Eutin nahe und vertrat gemeinsam mit J. K. Lavater, F. H. Jacobi, J. G. Herder und J. G. Hamann einen christlichen und volksnahen Realismus. In Gedichten fand er seinen eigenen gemütstiefen, fast kindlichen Ton. Am bekanntesten sein Abendlied ‚Der Mond ist aufgegangen', 1779 entstanden. Im Dezember 1814 Übersiedlung nach Hamburg in das Haus seines Schwiegersohnes Perthes. Am 21. Januar 1815 stirbt Claudius in Hamburg. Seine Beisetzung erfolgt am 25. Januar 1815 in Wandsbeck.

Mit dem Werk ‚ASMUS omnia sua SECUM portans', „ein buntscheckiges Mosaik, das frühere Zeitungsbeiträge mit neuen Aufsätzen u. Gedichten zu einem bewußt komponierten Ganzen vereinigte. ... schuf (sich) Claudius ... einen bleibenden Platz in der deutschen Literaturgeschichte." (Killy 2, 425).

WANDSBECKER BOTE. - [CLAUDIUS, Matthias]: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen. 8 Teile in 7 Bänden. Breslau und Hamburg, Beym Verfasser, und in Commission bey G. Löwe, in Commission bey F. Perthes, N. C. Wörmer [1775]-1812. 8 Holzschnitt-Titelvignetten; 15 Kupfer auf Tafeln und im Text, davon 9 von Chodowiecki und Schellenberg; 2 Notentafeln, 12 Holzschnitte im Text. Titel gestempelt. Vereinzelt stockfleckig. Eintragung von alter Hand (Bd. 1). Schöne Pappbände der Zeit. (Artikel 16983)

€ 2800,-


Schönes, komplettes Exemplar der ersten Gesamtausgabe, in Form einer Zeitschrift, davon 4 Bände in Originalausgabe. Das Sammelwerk enthält zahlreiche Rezensionen der Sturm- und Drangzeit. Das Werk, bei dem Claudius mehrmals den Verleger wechselte, erschien von 1775-1812 mit Texten aus den verschiedenen Lebensphasen des Autors. Die Teile 1-3 enthalten Berichte aus dem literarischen Leben um 1775 mit Rezensionen über Aufführungen z. B. "Minna von Barnhelm'', "Emilia Galotti'', "Götz von Berlichingen'' und anderer zeitgenössischer Theaterereignisse. Claudius wusste zu der Zeit nichts von Goethes Autorschaft. 1773 schreibt er an Herder "Wer hat den Götz von Berlichingen geschrieben? Mir sagt man ein Advokat in Frankfurt". Außerdem findet man Buchbesprechungen wie: Goethes "Leiden des jungen Werthers'' ("weiss nicht, ob'sn Geschicht oder n'Gedicht ist ..."), Klopstocks "Oden'', Herders "Blätter von Deutscher Art und Kunst'', Lenz "Der Hofmeister'' u. a. - Im „Anhang zum 5ten Theil", die sehr seltene Streitschrift "Von und Mit dem ungenannten Verfasser [d. i. A. v. Hennings] der: ‚Bemerkungen' über das H.O.C.R. und G.S. Callisen Versuch den Werth der Aufklährung unsrer Zeit betreffend". - Engelmann, 207, 468-73, 625, 654; vgl. Platschek in C's Sämmtliche Werke 1991, S. 994 ff. - „Einstens kam der bekannte Volksdichter, Matthias Claudius, der Wandsbecker Bote genannt, nach Berlin, und eilte, auch den damals noch etwas geltenden Burmann persönlich kennen zu lernen. Er klopft an sein Zimmer. Burmann ruft: „Herein!" Als Claudius eintritt, fragt Burmann: „Wer sind Sie?" – „Ich bin der Wandsbecker Bote" erwiedert Claudius. Burmann geräth so außer sich vor Freude, daß er sich auf die Erde wirft, und sich jauchzend um den Tisch wälzt. Claudius glaubt, diesen solennen Empfang auch nicht frostig erwiedern zu dürfen, sondern streckt sich gleichfalls auf den Fußboden, und kollert sich nach. Erst nachdem die Runde um den Tisch ein paarmal vollendet ist, sinken sich die beiden Schöngeister in die Arme." (Jördens, Denkwürdigkeiten, Charakterzüge und Anekdoten ... Bd. 1, S. 74). – Gottlob Wilhelm Burmann, eigentlich Bormann (1737-1805), redigierte eine Zeit lang die „Spenersche Zeitung". (Bestell-Nr. 16983)

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Fichte; J.G.: Sonnenklarer Bericht 1801 und Grundlage des Naturrechts 1796

Johann Gottlieb Fichte

Johann Gottlieb Fichte

 

 

200. Todestag von
Johann Gottlieb Fichte (19. Mai 1762 – 29. Januar 1814)


„… einer der Hauptvertreter des sogenannten deutschen Idealismus …“ (Großes Werklexikon der Philosophie, Bd. 1, S. 483)


FICHTE, J. G. Sonnenklarer Bericht an das größere Publikum über das eigentliche Wesen der neuesten Philosophie. Ein Versuch, die Leser zum Verstehen zu zwingen. Berlin, Realschulbuchhandlung 1801. XX, 232 S., gebräunt. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

€ 300,-


Erstausgabe der so genannten "Wissenschaftslehre von 1801", die zu den ersten Berliner Arbeiten zählt. Die Abhandlung sollte als zusammenfassende und abschließende Schrift über den damaligen Stand von Fichtes Wissenschaftslehre allgemein unterrichten. Vorausgegangen waren die Werke von 1794-95, die "Einleitungen" und die Schriften von 1799. Zu den heftigen Gegnern von Fichtes Wissenschaftslehre zählte vor allen F. Nicolai. Dessen Anwürfe beantwortete dieser noch im gleichen Jahr mit "Fr. Nicolai's Leben und sonderbare Meinungen". - Baumgartner-Jacobs 53x; Goedeke V, 8, 15. (Bestell-Nr. 21845)


FICHTE, J. G. Grundlage des Naturrechts nach Principien der Wissenschaftslehre. 2 Theile in 1 Band. Jena und Leipzig, C. E. Gabler 1796-97. 12 Bl., 229 S.; 1 Bl., 269 S. Teils stockfleckig. Vorsatz gestempelt. Pappband der Zeit.

€ 750,-


Erstausgabe des zweiten größeren Werkes aus Fichtes Jenaer Jahren. Auf den wichtigen Umstand, dass die "Grundlage des Naturrechts" - die man gewöhnlich als den Abschluss der klassischen naturrechtlichen Entwicklungsreihe versteht - noch vor Kants "Metaphysischen Anfangsgründen der Rechtslehre" erschienen ist, hat Fichte selbst verschiedentlich hingewiesen. Im Oktober 1800 schrieb W. v. Humboldt an Goethe: "Sein Naturrecht ist wirklich ein großes Werk". - Baumgartner-Jacobs 21x und 21ax; Goedeke V, 8,9. (Bestell-Nr. 21835)

 

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Camus, A.: La peste. Erstausgabe 1947

CAMUS, A.: La peste

 

Albert Camus  (1913 - 1960)
Der französische Schriftsteller und Philosoph gilt als einer der bedeutendsten und bekanntesten Autoren des 20. Jahrhunderts. Für sein Gesamtwerk erhielt er 1957 den Nobelpreis für Literatur.

CAMUS, A.: La peste. Paris, Gallimard 1947. 337 S. Original-Pappband mit Deckelillustration in Schwarz und Gold. Gutes Exemplar

€ 4200

Erste Ausgabe. - Num. Exemplar. Sauberer Druck auf chamoisfarb. Papier, Titel in Rot und Schwarz; gedruckt bei E. Grevin & Fils in Lagny-sur-Marne. Einer der großen literarischen Texte des 20. Jahrhunderts und zugleich das erfolgreichste Prosawerk von Albert Camus (1913-1960). Der berühmte Roman entstand während des 2. Weltkrieges  zwischen 1939 und 1943 und wurde im Juni 1947 in der hier vorliegenden Form zum ersten Mal publiziert. Es war "die entschiedene Behauptung der wertsetzenden moralischen Kraft des einzelnen, die weltweite Resonanz fand und die überzeugte, nicht zuletzt weil Camus selbst sie gelebt hatte." (KNLL 3, 572).  (Bestell-Nr. 27770)


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CHAMISSO, A. v.: Peter Schlemihl 1814 EA

Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihl

 

 Adelbert von Chamisso (geb. 30.1.1781 Boncourt/Champagne, gest. 21.8.1838 Berlin)


Chamisso war ein deutscher Naturwissenschaftler und Dichter französischer Herkunft, berühmt wurde er „durch die ebenso fantast. wie realist. Märchennovelle ‚Peter Schlemihl‘; die Parabel vom verkauften Schatten, bald in viele Sprachen übersetzt, spiegelt auch C.s Vaterlandslosigkeit.“ (Brockhaus Enzyklopädie 4, 396).

CHAMISSO, A. v.: Peter Schlemihl's wundersame Geschichte mitgetheilt von A. v. Ch. und herausgegeben von Fr. Baron de la Motte Fouqué. Nürnberg, J. L. Schrag 1814. Gestochenes Frontispiz, XII, 132 S. stockfleckig. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

€ 5500,-


Sehr seltene Erstausgabe. Das Werk wurde zu einer der populärsten deutschsprachigen Erzählungen des 19. Jh. und Chamisso erlange dadurch als Dichter Weltruhm. Es ist das Märchen von dem verlorenen Schatten und den Siebenmeilenstiefeln. Darin hat er "dem Bösen seinen Schatten verkauft, die Menschen wenden sich wegen dieses Mangels von ihm ab. Das vom Satan versprochene Glück findet Schlemihl nicht in dem erstrebten Golde, sondern in der Natur, in die er vor den Menschen entflieht" (Frenzel S. 331). Was die Erzählung vor allen Dingen auszeichnet, "ist die Darstellung des Phantastischen, als ob es das Natürlichste von der Welt wäre ..." (KNLL), was ihm offensichtlich auch das Interesse E. T. A. Hoffmanns einbrachte. "Chamisso ... lernt 1814 Hoffmann kennen, dessen literarischem Zirkel der Serapionsbrüder er sich anschließt. Auf dessen Kunstmärchen 'Peter Schlemihls wundersame Geschichte' (1814) nimmt Hoffmann in die 'Abenteuer der Sylvester-Nacht' (1814) Bezug." (Kremer, E. T. A. Hoffmann, S. 18). Der Porträtmaler Franz Leopold (1783 -1832) schuf 1813 "das Titelbild zur 1. Ausg. von Chamissos 'Peter Schlemihl'" (Thieme-Becker XXII, 93). - Goedeke VI, 148, 14a; Rath 1. (Bestell-Nr. 26503)

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Rousseau, J.J.: Die neue Heloise 1761 Erste deutsche Ausgabe

ROUSSEAU, J. J.: Die Neue Heloise

 

Jean-Jacques Rousseau (geb. 28. Juni 1712 zu Genf, gest. 2. Juli 1778 in Ermenonville bei Paris).


Rousseau „einer der größten und einflußreichsten Schriftsteller der französischen Aufklärungszeit, Wegbereiter der französischen Revolution und der sozialen und demokratischen Politik“ (Ziegenfuss II, 382) hat in seinem ‚Hauptwerk der Empfindsamkeit‘ „Julie ou la nouvelle Héloise“ die Rückkehr zum einfachen Leben und zur Natur gefordert.  -  Wir können Ihnen ein sehr schönes Exemplar in Pergamentbänden der Zeit anbieten:

ROUSSEAU, J. J.: Die Neue Heloise, oder Briefe zweyer Liebenden, aus einer kleinen Stadt am Fusse der Alpen... . Aus dem Französischen übersetzt [von J. G. Gellius]. 6 Theile in 3 Bänden. Leipzig, Weidmann 1761. Gestochenes Frontispiz, insgesamt 12 Kupfertafeln von G. L. Crusius nach H. Gravelot. Schönes, nahezu fleckenfreies Exemplar. Rotschnitt. Schöne Pergamentbände der Zeit.

€ 3000,-


Sehr schönes Exemplar der sehr seltenen ersten deutsche Ausgabe. Das Hauptwerk der Empfindsamkeit, zählt zu einer der größten belletristischen Bucherfolge des 18. Jahrhunderts. "Die 'Nouvelle Héloise' ist uns heute als Gesamtwerk ferner gerückt; wir können die Kraft, mit der sie das Jahrhundert Rousseaus ergriff und erschütterte, nicht mehr unmittelbar nachfühlen. Ihre rein künstlerischen Schwächen liegen für uns deutlich zutage. Immer wieder wird in ihr die reine Darstellung und der unmittelbare Gefühlsausdruck hintangehalten durch die lehrhafte Tendenz, unter der das Werk von Anfang an steht. In einzelnen Bildern und Szenen des Romans spürt man unmittelbar den Atem einer neuen Zeit. Hier ersteht eine neue Gestalt der Dichtung: hier steigt 'Goethes Werther' vor uns auf" (E. Cassirer: Das Problem J. J. Rousseau). - Die Nachfrage nach dem Werk war enorm. Da die Neuauflagen nicht rechtzeitig auf den Markt kamen, wurden Exemplare tage- bzw. stundenweise ausgeliehen. - Ph. E. Reich, der Inhaber der Weidmann'schen Buchhandlung, ließ das Werk - im Jahr der Erstausgabe -  von J. G. Gellius ins Deutsche übersetzten. Um rechtzeitig seine Übersetzung beim Verlag abzuliefern musste Gellius weitere Helfer hinzuziehen. Die Kupfer "äußerst zierlich" wurden von Crusius nach Gravelot gestochen (Lanckoronska-Oehler I, 65). - Fromm 22762; Dufour 108; Goedeke IV,1,587,32,7. (Bestell-Nr. 26590)

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Mann, Th.: Nocturnes. 1934. First english edition

MANN, Th.: Nocturnes.
MANN, Th.: Nocturnes.
MANN, Th.: Nocturnes.

 

Am 6. Juni 1875 wurde Thomas Mann geboren


Thomas Mann (1875 - 1955)  zählt zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. 1929 erhielt er den Nobelpreis für Literatur "... vornehmlich für seinen großen Roman 'Buddenbrooks', (…) ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur …“ (aus der Begründung der Akademie).


Mit unserem „Objekt des Monats“ möchten wir an den großen Literaten erinnern und bieten Ihnen folgendes Werk von Thomas Mann an:

MANN, Th.: Nocturnes. With Lithographs by Lynd Ward. New York, Equinox Cooperative Press 1934. Illustr. Originalleinen, Rücken und Vorderdeckel leicht lichtrandig; schönes Exemplar.

€ 700,-


Erste englische Ausgabe. Eins von 990 von Thomas Mann signierten und numerierten Exemplaren (Gesamtauflage 1000 Ex.). Mit den Illustrationen des amerikanischen Illustrators Lynd Ward (1905-1985). Die Texte erstmalig in englischer Übersetzung von H. T. Lowe-Porter. - Bürgin IV, 484.
(Bestell-Nr. 27699).

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Wagner, R.: Ring Götterdämmerung Partitur 1876 Originalausgabe, zweiter Druck

R. Wagner - Der Ring des Nibelungen

 

Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner (geboren am 22.5.1813 in Leipzig, gestorben am 13.2.1883 in Venedig) präsentieren wir Ihnen heute unser „Objekt des Monats“:

WAGNER, R.: Der Ring des Nibelungen. Ein Bühnenfestspiel für 3 Tage und einen Vorabend. (Dritter Tag: Götterdämmerung). (Partitur). [WWV 86 C]. Mainz, B. Schott's Söhne (PlattenNr. 21953) [26. Juli 1876]. Folio. 4 Bl., 615 S. der 1. Aufzug mit Eintragungen eines Dirigenten in Blei, teilweise Tinte. Schöner Ganzlederband im Stil der Zeit.

€ 6000,-


Außergewöhnlich sauberes Exemplar der Dirigierpartitur des zweiten Drucks der Originalausgabe, erkennbar am Gummistempel Nr. 63 auf Blatt 2. Dieser 2. Druck erschien nur einem Monat nach dem ersten, so dass "man daher nicht ausschließen kann, daß die beiden Auflagen in bezug auf die Numerierung miteinander vermischt worden sind" (WWV S. 402). - Das Werk erlebte seine erste Vorstellung im Rahmen der ersten Gesamtaufführung des "Rings" am 17. August 1876 in Bayreuth unter der musikalischen Leitung von Hans Richter. Hervorgegangen als Teil 1 aus Wagners bereits 1848 geplanter Tetralogie "Siegfrieds Tod" (1852 abgeschlossen). "Der Ring wird das Hauptereignis der dramatischen Kunst sein, als Ganzes und als Vereinigung von Dichtung, Musik, mimischer Kunst, Bühnenbild und Inszenierung zum ersten Mal in diesem Jahrhundert souverän dargestellt" (Liszt an Hillbrand). "Ich habe nicht geglaubt, dass Sie es zustande bringen" (Kaiser Wilhelm I. an Wagner). - WWV 86D, S. 387; Klein S. 48/49.
(Bestell-Nr. 26927)

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Grimm; J.: Ad Auspicia Professionis (Habilitatzionschrift) 1830

Grimm Jacob Ad auspicia 21462

 

 

Aus Anlass der zahlreichen Jubiläen im Grimm-Jahr 2013 möchten wir mit unserem März-Newsletter gleich zwei „Objekte des Monats“ zu Ehren der Brüder Grimm anbieten:

GRIMM, Jacob: Ad auspicia professionis philosophiae ordinariae in academia Georgia  Augusta rite capienda invitat. Inest hymnorum veteris ecclesiae XXVI. interpretatio theotisca nunc primum edita. Göttingen, Dieterich 1830. Quart. 1 Bl., 76 S. Pappband der Zeit.

800,- €


Schönes breitrandiges Exemplar der seltenen Erstausgabe von Jacob Grimms Göttinger Habilitationsschrift, in der Grimm den Text der 26 "Murbacher Hymnen" im altdeutschen Urtext und lateinischer Übersetzung veröffentlichte. Die Handschrift der Murbacher Hymnen, ein Zyklus von geistlichen Dichtungen aus dem 9. Jahrhundert, gelangte im 16. Jahrhundert in die Bodleian Library in Oxford. "Die Hymnen scheinen ursprünglich zum Unterricht im Lateinischen gedient zu haben. Sicher ist, daß dies undeutsche Deutsch nicht für den Gesang bestimmt war" (vgl. Goedeke I, 17). - Arbeitsexemplar von 2 Germanisten. Durchgehend mit deren  handschriftlichen  Anmerkungen und Korrekturen, teils mit Tinte oder Bleistift.  - Graesse III, 155; Deneke S. 58; Goedeke I, 16. (Abbildung oben - Bestell-Nr. 21462)
 
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Corelli, A.: XII Sonatas... for two violins and Bass 1735

CORELLI, A.: XII Sonatas

 

CORELLI, A.: XII Sonatas of three parts for two violins and a Bass with a Through Bass for ye Organ, Harpsichord or Archlute engraved from ye Score and carefully corrected by ye best Italian masters, Opera Prima, secunda, terza, quarta, Stimmen. London, Walsh (PlattenNr. 364-67) [ca. 1735]. Quart. 4 Stimmbände mit je 24, 18, 25, 16 S. Schöne Halblederbände im Stil der Zeit.

€ 1800,-


Titelauflage der englischen Originalausgabe der insgesamt 48 Sonaten Corellis, die zum prägenden Muster der europäischen Barockmusik wurden. Schöner Druck auf starkem Papier in sehr guter Erhaltung. – „Corellis Ruhm war schon zu seinen Lebzeiten legendär. Ein römischer Musiktheoretiker pries ihn – in Anspielung an den zeitgenössischen Mythos vom Violino spielenden Orpheus – gar  als ‚nuovo Orfeo dei nostri giorni‘ (A. Berardi  1689, S. 45). Mit dieser Methapher sollte zum Ausdruck kommen, daß Corelli sowohl als ausübender Musiker, also als Violinvirtuose und Orchesterleiter, wie auch als schöpferischer Künstler, also als Komponist, höchstes Ansehen genoß.“ (H. J. Marx in MGG² 4, 1586). - Marx Nr. 28 (Op. 1), Nr. 31 (Op. 2), Nr. 27 (Op. 3), Nr. 27 (Op. 4); CPM 13, 365-69.
(Bestell-Nr. 17318)

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Leibniz, G.W.V.: Theodivae 1735

LEIBNIZ, G. W. v.: Theodicaea, Oder Versuch und Abhandlung

 

 

Gottfried Wilhelm Leibniz, geboren am 1. Juli 1646 in Leipzig, gestorben am 14. November 1716 in Hannover.

LEIBNIZ, G. W. V.: THEODICAEA, ODER VERSUCH UND ABHANDLUNG/ WIE DIE GÜTE UND GERECHTIGKEIT GOTTES, IN ANSEHUNG DER MENSCHLICHEN FREYHEIT, UND DES URSPRUNGS DES BÖSEN, ZU VERTHEIDIGEN; AUS DEM FRANZÖSISCHEN ÜBERSETZT, BEY DIESER DRITTEN AUFLAGE AN VIELEN ORTEN VERBESSERT. NEBST EINIGEN ANMERCKUNGEN UND NÖTHIGEN REGISTERN. DEM ANNOCH BEYGEFÜGT DES SEELIGEN HERRN AUTORIS LEBENS-BESCHREIBUNG. HANNOVER, N. FÖRSTER 1735. PORTRAIT- KUPFER VON LIPS NACH BÖCKLIN, 14 BL., 64, 1030 S., 1 GEFALTETES KUPFER. AM ANFANG AUF DEN SEITEN GELEGENTLICH ALTE MARGINALIEN. PERGAMENTBAND DER ZEIT.

1600,-


Das philosophische Hauptwerk von Leibniz - eines der einflußreichsten Werke des Barock - in der maßgeblichen Fassung nach der zweiten französischen Ausgabe, die um 1712 in Amsterdam erschienen war. Enthält die Kommentare von Georg Friedrich Richter und auch die von Leibniz benutzten Zitate werden übersetzt. Die Biographie von Bernhard von Fontenelle nebst Anmerkungen wurde von J. G. von Eccard übersetzt sowie mit weiteren Anmerkungen, einem umfangreichen Sachregister und einer Bibliographie der Schriften Leibniz und einem Autorenregister versehen. Diese Fassung ist nicht nur der ersten von 1720 vorzuziehen, sondern deutlich auch der von Gottsched 1744. Mit der Beschreibung und Abbildung der von Leibniz konstruierten Rechenmaschine, der ersten, die alle 4 Grundrechenarten ausführen konnte. In den "Beylagen" Stücke zum Prioritätsstreit zwischen Newton und Leibniz und die Erfindung der Differentialrechnung. Lange wurde die Ironie dieses Werkes nicht erkannt, "der bekannte Tübinger Theologe und nachmalige Universitätskanzler Chr. Matthäus Pfaff (erhielt) auf seine Meinungsäußerung, daß die 'Theodicee' wol nur zu scherzhaftem Vergnügen erdacht sei, die briefliche Antwort Leibniz's (vom 2. Mai 1716), es sei hiermit der Nagel auf den Kopf getroffen und nur zu wundern, daß bisher noch Niemand dies Spiel bemerkt habe" (ADB 18, S. 201). - Ravier 402; Fromm 28314.

(Bestell-Nr. 27170)

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Goethe, J.W.v.: Neue Schriften 1792-1800

 

 

GOETHE, J. W. v.: Neue Schriften. 7 Bände, Berlin, J. F. Unger 1792-1800. Mit gestochener Titelvignette von Unger nach [J. H. Meyer], 2 Kupfertafeln von Haas und Bolt nach H. Meier, 1 gest. Kupfertafel (Stammbaum), 7 (von 8) Musikbeilagen von J. F. Reichard. Vereinzelt etwas braunfleckig. 1 Bl. mit kleinem Loch und geringem Buchstabenverlust. Exlibris. Schöne Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung.


€ 1800,-


Schönes Exemplar in zeitgenössischen Einbänden der zweiten rechtmäßigen Gesamtausgabe. - Auf Vermittlung von K. Ph. Moritz wurde der Kontakt zwischen Goethe und dem Verleger Unger hergestellt. "Wichtigstes Ereignis für Unger in dieser Zeit war wohl das Erscheinen der siebenbändigen Ausgabe von Goethe's Neue Schriften. .. Förmliche Verträge scheint es nicht gegeben zu haben ... lediglich Vereinbarungen von Band zu Band, wobei jedoch eine neue Klausel von seiten Goethes zum Zuge kam: Er vergab seine Rechte jeweils nur für eine Auflage, versprach aber eine Option für das künftige Werk, allerdings unter jeweils neu zu vereinbarenden Bedingungen" (Unseld). - Band 1-2 im Doppeldruck, die restlichen Bände mit den Merkmalen des ersten Druckes. Band 6 ohne Titelblatt und 1 Musikbeilage, die lt. Hagen bei vielen Exemplaren fehlt. - Hagen 14;  Slg. Kippenberg 336; Hirzel A 189.

(Bestell-Nr. 26751)

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Schiller, Frdr.: Maria Stuart 1801

Friedrich von Schiller

 

SCHILLER, [Friedrich von]: Maria Stuart ein Trauerspiel. Tübingen, J. G. Cotta 1801. 1 Bl., 237 S., gering stockfleckig. Kl. Eckabriss am Titelblatt sauber angesetzt. Hübscher farbiger Pappband der Zeit mit Rückenvergoldung und Goldfileten.

€ 750,-


Erstausgabe. Bereits während seiner Bauerbacher Zeit (1783) hatte sich Schiller mit dem Stoff der 'Maria Stuart' beschäftigt. Viele Jahre später - unter Goethes Einfluss - setzte er sich erneut mit den Geschichtsquellen zu dem Drama auseinander. Die Erstaufführung fand im Juni 1800 in Weimar statt. Die Buchausgabe erschien erst im April 1801 und ist der maßgebliche Text, da eine Handschrift nicht mehr vorhanden ist. - E. T. A. Hoffmann, der Schillers Werke intensiv gelesen hat, diskutiert dessen Dramen in einem Gespräch zwischen dem "Braunen" und dem "Grauen" in den "Seltsamen Leiden eines Theaterdirektors" (Ellinger Bd. 4, 2. Aufl., S. 34 f.). - Marcuse 194; Goedeke V, 218, 2; vgl. Voerster S. 101.

(Bestell-Nr. 25346)

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Mauburne: Rosetum 1504 + Martinus: Margarita 1499 + Johannes Nivicellensis: Concordantiae 1488

Johannes Mauburnus (1460 – 1501)

 

 

Das Hauptwerk von Johannes Mauburnus (1460 – 1501)  „Rosetum exercitiorum spiritualium et sacrarum meditationum“ enthält, über mehrere Kapitel verteilt, eine Reihe damals weit verbreiteter Weihnachtslieder.

MAUBURNE, J.: Rosetum exercitiorum spiritualium et sacrarum meditationu(m): in quo habet(ur) materia predicabilis per totum anni circulum. Basel, Jacob v. Pfortzen 1504. 6 Bl., 167 num. Blatt, 1 w. Blatt. Mit 1 ganzseitigem Holzschnitt.

[Angebunden]:
MARTINUS (Polonus): Margarita decreti seu tabula martiniana decreti. Strassburg, [Georg Husner] 24. XII. 1499. 105 Bl., 1 w. Bl.

[Angebunden]:
JOHANNES Nivicellensis: Concordantiae Biblie & Canonum. [Basel, Nicolaus Kesler ca. 1488]. 49 Bl., 1 w. Bl.

3 Werke in 1 Band. Folio. Teils etwas gebräunt. die ersten und letzten Lagen etwas angeschmutzt und etwas wasserfleckig. Alte gelöschte Besitzeinträge auf dem ersten Blatt. Vereinzelt mit kleinen Wurmgängen am Blattrand. Durchgängig rubriziert (rot und blau). Blattränder teils etwas eingerissen. Holzdeckelband der Zeit mit blindgeprägtem Schweinsleder überzogen. 9 [von 10] Messingbuckeln, 8 Messing-Eck-und Kantenbeschläge. 2 Messingschliessen. Breitrandiges, prachtvolles Exemplar.

12.000,- €

One of the great and extremely rare cimelia of history of hymns and lithurgy

1) Rosetum: Second edition of the “Spiritual Exercises for the Confraternity of the Rosary”. None of the 5 editions of this work in bookauctionrecords and for us not traceable in antiquarian booktrade since 1928! Only one copy of 1504 in RISM (Bavarian State Library). The first edition of 1491, mentioned at Hain, doen’t exist, so the first one was printed 1494 by Peter van Os in Zwolle “only six copies preserved” and of the second edition only one copy preserved (Jean-Marc Warszawski in musicologie.org). – “The publication of his first work, Rosetum Spirituale, gave Mauburne great renown, and induced Nicholas de Hacqueville, first president of the Parliament of Paris, to invite him to France (1497), to reform the regular canons of the kingdom” (www.biblicalcyclopedia.com). Johannes Mauburnus [auch Jan Mombaer oder Johannes de Bruxellis genannt] (1460-1501) aus Brüssel war Erbauungsschriftsteller, Hymnendichter und Ordensreformer. Nach seiner Ausbildung in der Kathedralsschule in Utrecht wo er u. a. gregorianischen Gesang lernte, trat er in das Augustiner-Chorherrenstift St. Agneten bei Zwolle ein, das der Windesheimer Kongregation angehörte. Hier verfasste er u. a. sein Hauptwerk "rosetum exercitiorum" von dem bis 1620 sechs Ausgaben erschienen sind. This work contains Das Werk enthält, über mehrere Kapitel verteilt, eine Reihe lateinischer Kontrafakte auf damals weit verbreitete Weihnachtslieder. Außerdem enthält das "Rosetum" einen Handpsalter, mit dessen Hilfe meditiert werden konnte. Das "chiropsalterium" steht in enger Verbindung zur liturgischen Musik. Dieses Werk beeinflusste nicht nur die Windesheimer Reformbewegung, sondern auch Jacobus Faber Stapulensis (1450 oder 1455 - 1536), einem Wegbereiter der Reformation in Frankreich. Auch Martin Luther könnte das Werk im Augustinereremitenkloster in Erfurt kennen gelernt haben. Er zitiert es in seinen Psalmenvorlesungen von 1513. - Lt. Kolophon wurde diese Ausgabe nach Mauburnus Tod von Johann Speysers bearbeitet. - Der Holzschnitt auf Blatt 14 zeigt eine mnemonische Hand. - RISM II, S. 564; Goff M377; BMC III, 778 f; vgl. Wolffheim I, 828.
2) Margarita: Erstmals um 1483 erschienenes Repertorium zu Gratians Dekret in Form eines Registers. - 3. Ausgabe. - Martinus Polonus stammt aus Troppau [auch Martin von Troppau, Martin z Opavy genannt], war Dominikanermönchen und Chronist. Er verstarb 1278 als Erzbischof von Gnesen. - Goff M328.
3) Concordantiae: Erstmals 1482 erschienene Konkordanz vom Abt des Klosters Neville in Frankreich - Goff J 381. 
(Bestell-Nr. 26488)

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Liszt, F.: Eigenhändiges Albumblatt 1841

Franz Liszt - Eigenhändiges Albumblatt

 

 

LISZT, Franz, [1811-1886]: Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift. Osnabrück, 12. November 1841. Quart. 1 Seite. Knickfalten. Passepartout.

€ 4600,-


Ausgesprochen dekoratives Albumblatt. - Vier Takte für Klavier in F-Dur im 4/4-Takt auf zwei von Hand gezogenen Musiksystemen. Mit einem montierten Blütenzweig neben der Unterschrift. - Liszt unternahm zwischen 1839 und 1847 ausgedehnte Virtuosenreisen durch ganz Europa, wobei er allein in Deutschland mit großem Erfolg 298 Konzerte gab. Liszt war der erste Künstler, der den Typus des reinen Klavierabends, des sogenannten "Recitals" einführte. Bis dahin traten Pianisten normalerweise nur im Rahmen einer instrumental-vokal besetzten Veranstaltung auf (vgl. MGG², 11, 210).

(Bestell-Nr.19787)

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Lessing: Die Gefangenen 1750

Lessing - Die Gefangenen  

Eine der seltensten Erstausgaben von Gotthold Ephraim Lessing überhaupt!

[LESSING, G. E.]: Die Gefangenen, ein Lustspiel. Aus dem Lateinischen des M. Accius Plautus übersetzt [von Lessing]. Stuttgart, J. B. Metzler 1750. 72 S., Holzschnitt-Titelvignette, 3 Holzschnittvignetten im Text. Frisches Exemplar. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

€ 4000,-


Rarissimum. Eine der seltensten Erstausgaben von Lessing überhaupt. Diese erste Buchausgabe ist so selten, dass Muncker für seine Edition kein Exemplar finden konnte und mit sekundären Quellen arbeiten musste. Lessing hatte umfangreiche Plautinische Forschungen betrieben und wollte dessen Stücke auch dem deutschen Publikum zugänglich machen, das hinter Frankreich, Italien und England zurückstand. "Die Übersetzung der 'Gefangenen' beruht, ... auf richtigen Principien. Lessing ... ersetzt lateinischen Witz durch deutschen und ... (wird) zum frei nachdichtenden Bearbeiter für ein schauendes Publicum ..." (E. Schmidt, Lessing, Bd. 1, S. 171). Lessing glaubt, dass die 'Gefangenen' "dem Ideal der Komödie am nächsten rücke" und preist es "als das schönste Stück, das jemals auf die Bühne gekommen sei ..." (ders., S. 170). - Muncker 325; Redlich 679; Goedeke IV,1, 359,25.

(Bestell-Nr. 16630)

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