SCHILLER, F.: Versuch über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen. Eine Abhandlung ... [In]: Zeitschrift für psychische Aerzte mit besonderer Berücksichtigung des Magnetismus. Jg. 3, Heft 2. Leipzig, C. Cnobloch 1820. S. 228-283. [Vorgebunden]: Romberg, M.: F. Schiller's akademische Streitschrift über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen. S. 225-227. Insgesamt 888 S. 21/06 Pappband.

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  • Von größter Seltenheit. - 3. Ausgabe von Schillers im Jahre 1780 erstem selbständig erschienenen Werk mit 2 Zitaten aus den damals noch ungedruckten "Räubern". Aufgrund dieser Arbeit wurde Schiller am 13. Dezember 1780 nach bestandener Prüfung aus der Karls-Schule als "Regimentsmedicus" entlassen. Die Abhandlung zeigt bereits die ungewöhnliche psychologische Begabung des jungen Schillers, den engen Zusammenhang zwischen seelischen und leiblichen Vorgängen zu beleuchten. Für seine medizinischen Thesen ließ er Beispiele aus der Dichtung einfließen (z.B. Shakespeare oder aus Goethes "Götz"). Am interessantesten ist aber, dass Schiller 2 Zitate aus den damals noch ungedruckten "Räubern" eingebaut hat und als Quelle dafür einen fingierten englischen Dichter (A. Krake = [Pseud] für F. Schiller) als Verfasser nennt. Die ersten Ansätze der "Räuber" fallen wahrscheinlich in das Jahr 1776, also noch während seiner Erziehung in der Hohen Karlsschule. "Das Stück ist nicht das Werk Eines Gusses" berichtet der als Augenzeuge ziemlich glaubwürdige Jugendfreund Wilhelm Petersen (vgl. SNA). Nach mehrfacher Abänderung fand das Drama 1780 seinen Abschluss. - Ein anderes Beispiel zeigt, dass Schiller sich schon damals mit der Geschichte des "Fiesko" befasst hat (S. 32). - Schiller distanzierte sich später von dem "Versuch". Weder in der Sammlung der prosaischen Schriften noch in der Werksausgabe, die Körner besorgte, taucht diese Schrift auf. Sie fand erstmals in der Gesamtausgabe von 1838 ihren Platz. Da das Interesse in medizinischen Kreisen so groß war, veranlasste der Arzt M. Romberg den Wiederabdruck in der "Zeitschrift für psychische Aerzte". "Ausser dem psychologischen Interesse, welches uns diese Abhandlung gewährt, ist sie auch für die Geschichte der geistigen Entwicklung und Bildung des unsterblichen Dichters ein höchst wichtiger und erfreulicher Beitrag ... ." (S. 227). - Vollständiger Jg. 3 mit den Heften 1-4. Enthält außerdem Beiträge von Grohmann, Ennemoser, Nasse, Romberg, Hohnbaum u.a. - Nicht bei Trömel/Marcuse.
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