HAYDN, J.: Die Schöpfung. Ein Oratorium... von Joseph Haydn Doctor der Tonkunst... The Creation An Oratorio... Vienna 1800 Folio. Gestochener Titel, 4 Bl. Subskribentenverzeichnis, 303 S. Sehr sauberes Exemplar auf stärkerem Vellinpapier. Vereinzelt mit hilfreichen Eintragungen für den Dirigenten in blauem Buntstift von alter Hand. 21/08 Halblederband mit zeitgenössischem Buntpapier

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Artikelnummer: 29313
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  • A great milestone of oratorio literature - precious copy with the signature of Haydn Sehr seltene gestochene Erstausgabe der Partitur in sehr gutem Zustand von Haydns bedeutendstem Vokalwerk, noch von ihm selbst herausgegeben und mit seinem Monogrammstempel rechts unten im Titelblatt versehen, der von seinem Drucker verwendet wurde, um von Haydn autorisierte Ausgaben zu kennzeichnen. Besonders macht dieses Exemplar aber ein weiterer Monogrammstempel, wahrscheinlich von Haydn persönlich aufgebracht und seine zusätzliche Unterschrift in Tinte darunter. Das Subskribentenverzeichnis mit 409 aufgeführten Personen, die 507 Exemplare bestellt haben, spiegelt die Berühmtheit von Haydn in ganz Europa wieder und liest sich wie ein "Who's Who", angefangen von der österreichischen Kaiserin, der Königin von England und vielen weiteren königlichen Hoheiten aus Italien, Ungarn, deutschen Länder, u.a. Herzogin Amalia von Sachsen-Weimar und Franziska von Württemberg aber auch bekannte Persönlichkeiten des europäischen Musiklebens, wie Burney, Cannabich, Clementi, der gleich 24 Exemplare bestellte, Fux, Simrock etc. Haydn veröffentlichte das Werk selbst, unter anderem, weil er glaubte, so mehr Geld zu verdienen als wenn er es einem Verleger übergeben hätte. Seine öffentliche Erklärung zeigt noch eine andere Motivation auf: "Der Beyfall, den mein Oratorium: die Schöpfung allhier zu erhalten das Glück hatte und der in...der Musikalischen Zeitung geäußerte Wunsch, dass deren Bekanntmachung nicht... den Ausländern überlassen seyn möge, haben mich bewogen, diese selbst zu veranstalten. Das Werk soll also, nett und richtig gestochen, auf gutem Papier abgedruckt, nebst dem Deutschen auch mit englischem Text versehen, in drey oder höchstens vier Monaten erscheinen..." (J. Hayden am 15.6.1799 im Intelligenzblatt Nr: XV der AMZ). Zum Selbstverlag war Haydn auch durch die unglaublichen Aufführungserfolge seines Oratoriums motiviert, welches am 29. und 30. April 1798 privat im Schwarzenberg Palais und öffentlich in größerer Besetzung am 19. März 1799 erstmals aufgeführt wurde und schnell mit vielen weiteren Aufführungen in ganz Europa unglaublich erfolgreich wurde. "The Creation brought in the biggest box-office returns in the history of Vienna; it conquered, in one fell swoop... a Europe divided by war; it reunited all classes - Catholic Austria, Anglican England, Evangelical Berlin and even laicized Paris - in admiration, and repeatedly moved thousands and thousands of listeners to tears of devotion and emotion." (Landon, Robbins: Haydn: The Years of the Creation, S.344). Die Veröffentlichung der Partitur verzögerte sich erst bis Ende Dezember 1799 und dann nochmals bis Juni 1800, da u.a. beim Druck durch Artari in Wien im April 1800 vier Kupferplatten zerbrachen. Breitkopf & Härtel hatte gehofft, den Auftrag für die Erstausgabe zu erhalten, aber unterstützte trotzdem "Haydns Selbstverlag, indem sie die Sammlung von Subskribenten übernahmen und bald eine größere Anzahl Partituren bestellten." (Hase, H.v.: Joseph Haydn und Breitkopf & Härtel, Lzg. 1909). Haydn revanchierte sich, indem er die Platten Ende Dezember 1801 nach dem Erstdruck an Breitkopf & Härtel übergab, wo 1803 dann eine Titelauflage erschien. (vgl. Artaria, Franz: J. Haydn und das Verlagshaus Artaria, Wien 1909, S. 83 und 86). - Hoboken XXI, 2a, S.36; RISM H2521; BSB 7, 2673; Hirsch IV, 799.
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