BEDOS DE CELLES, F.: L'Art du facteur d'orgues. 4 Teile in 1 Band und Tafelband [Paris L. F. Delatour] 1766-78 Folio. 2 Bl., XXXII, 676 S. (mit springender Paginierung), 137 Tafeln. Wenig stockfleckig. Lederbände der Zeit mit jeweils 2 Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung, Buchdeckel berieben, Ecken und Kanten stärker.

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Artikelnummer: 27282
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  • The most famous book about Organ- Building. Splendid Copy of this rare, first and only original edition, with very wide margin (277x423mm) and in excellent condition. - This most valuable and most complete book about organ building contains 137 copper plates, one with the Gabler-Organ from the Weingarten abbey. Dieses Hauptwerk über den Orgelbau erfuhr zahlreiche Würdigungen über die Jahrhunderte, darunter eine der ersten von J. N. Forkel 1792: "... dass es gewiss das schätzbarste und vollständigste, so wie auch wegen der vielen sehr sauber gestochenen Kupfer zugleich das kostbarste Werk über die Orgelbaukunst ist" (Allgem. Litt. der Musik..., Leipzig 1792, S. 258) und Schilling schreibt 1835 in seiner "Encyclopädie der gesammelten musikalischen Wissenschaften, ...": "(Es) ist das schätzbarste und ausführlichste, was je über die Orgelbaukunst geschrieben worden ist. Seiner Kostbarkeit wegen hat es leider keine weite Verbreitung erhalten. Marpurg, der ein vollständiges Exemplar davon besaß, wollte eine Uebersetzung davon veranstalten ... allein der unerbittliche Tod überraschte ihn bei seinem wichtigen und sehr nützlichen Unternehmen. Der Professor Halle hat übrigens das Werk bei der Abfassung seiner 'Kunst des Orgelbaues' auch nicht wenig benutzt. Die Vorrede zum vierten Theile enthält eine kurze Geschichte der Orgel ... Die Kupfer enthalten Abbildungen von allen zum Orgelbau nöthigen Instrumenten, die Figuren und Ausmessungen der verschiedenen Orgelstimmen, des Inneren der Windladen, der Mechanik der Wellen, Abstracten und Bälge, Windwagen etc. und überdem noch verschiedene Prospecte von ganzen Orgeln, sowohl von vorne als von hinten" (I, 504). Eine deutsche Übersetzung von Christoph Glatter-Götz erschien erst 1977. J. S. Halles Separatdruck zur "Kunst des Orgelbaus" 1779, lehnt sich auffallend nahe an den Dom Bedos an, ohne jedoch dessen hohen Anspruch zu erfüllen. Bei Halle finden sich nur stark verkleinerte, vergröberte Imitationen. Das Werk erfuhr im 19. Jh. durch M. Hamel eine Integration in dessen "Nouveau Manuel complet du facteur d’orgues ..." (1849). Bemerkenswert daran ist, dass Tafeln der nachrevolutionären Zeit angepasst wurden. So wird dem höfischen Organisten mit dem Degen an der Seite nach der Französischen Revolution ein bürgerlich gekleideter ohne Degen. Der Degen des Orgelspielers (Tafel LII) gilt jedoch als Kennzeichen der Erstausgabe des Buches. Das Werk ist bis heute unentbehrlich bei der Restaurierung historisch wertvoller Orgeln, da der Benediktiner-Mönch Bédos de Celles (1709-1779) erstmals handwerkliche Griffe und Kniffe veröffentlichte die bis dahin als Zunftgeheimnisse von den alten Meistern streng gehütet wurden. - RISM BVI, I, 130; Eitner I, 130; Hirsch I, 54; Gregory/Bartlett S. 27.
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