ADLUNG, J.: Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit theils vor alle Gelehrte, so das Band aller Wissenschaften einsehen; theils vor die Liebhaber der edlen Tonkunst überhaupt; theils und sonderlich vor die, so das Clavier vorzüglich lieben, theils vor die Orgel- und Instrumentenmacher. Mit einer Vorrede des ... Herrn Johann Ernst Bachs, Sr. hochfürstl. Durchlaucht zu Sachsen-Weimar und Eisenach würklichen Kapellmeisters. Erfurt J. D. Jungnicol, Sen. 1758 30, 814 S., 17 nn. Bll. (Register), 8 Notenkupfer. Halblederband der Zeit mit farb. Rückenschild.

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  • Seltene erste Ausgabe dieses wichtigen musiktheoretischen Werkes der Bachzeit. "... 1758 wurde die umfangreiche 'Anleitung ...', die bereits vier Jahre zuvor druckfertig vorgelegen hatte, inzwischen aber auf den neuesten Stand gebracht worden war (z.B. wird L. Mozarts 'Violinschule' von 1756 erwähnt [S. 599])" publiziert. (MGG² 1, 162). "Adlungs besonderes Interesse gilt den Tasteninstrumenten, hauptsächlich der Orgel: die 'Anleitung' wendet sich an die 'Liebhaber des Claviers', vor allem aber an 'Organisten, Cantores und Schulmeister' (S. 27)." (MGG² 1, 162). Das Werk ist in einen theoretischen Teil, mit Kapiteln zur Musikgeschichte, mathematischen Grundlagen 'Von den musikalischen Rechnungen' und fünf Kapiteln zur Orgel und zum Orgelbau gegliedert, die beiden letzten sind dem Klavier und anderen Instrumenten gewidmet. Der praktische Teil, von geringerem Umfang, behandelt die Gesangskunst sowie den Generalbaß und bringt die Kapitel 'Von dem Choral', 'Von der italiänischen Tabulatur', 'Vom Fantasiren', 'Von der Composition oder Setzkunst', 'Von der Ordnung die Musik, sonderlich das Clavier zu lehren und zu lernen' und 'Von der Benennung eines Virtuosen, und wie die Prüfung eines Tonkünstlers anzustellen, welcher sich um ein musikalisches Amt bewirbt'. Hochinteressant sind auch die zahlreichen Fußnoten. - (Johann) Jakob Adlung (1699-1762) wirkte als Organist in Erfurt, 1741 wird er Mitglied der philosophischen Fakultät in Erfurt und Anfang 1755 erfolgte die Aufnahme in die kurz zuvor in Erfurt gegründete 'Churfürstliche Mayntzische Academie nützlicher Wissenschaften'. Er verkehrte u.a. mit Johann Nikolaus Bach und unterhielt Beziehungen zu Johann Sebastian Bach. Adlungs wissenschaftliche Darstellungen sind "sowohl für die Kenntnis der Ästhetik wie der praktischen Grundsätze der Musik der Bachzeit von großer Gültigkeit" (MGG 1, 90). - Eitner I, 43; Gregory-Sonneck 7; Hirsch I, 8.
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