KERNER, Justinus [1786-1862]: Eigenhändiger Brief mit einem eingeschobenen 20-zeiligen Gedicht und Unterschrift. Unterzeichnet: "In Liebe Euer unglücklicher Freund Justinus Kerner." Weinsb[er]g,, 31. O[kto]b[er] [18]54.. Oktav. 4 1/2 Seiten.

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  • Ausführlicher Brief an den befreundeten Juristen und Obertribunalpräsidenten Gustav von Pfaff in Esslingen. Kerner bedauert, dessen Familie nicht angetroffen zu haben, weder auf der Hinreise nach Stuttgart noch auf der Rückreise. Er war mit seiner Tochter Marie auf dem Weg "nach Meersburg wo ich 3 Wochen lang bey dem herrlichen v. Lassberg auf der alten Meersburg verweilte". Auf dessen Einladung war Kerner im Juli hingereist, um seine Studien über Franz Anton Mesmer aufzunehmen und im August nach Hause zurückgekehrt. Seit dem Tod seiner Frau im April, klagt er, "mein Leben ist und bleibt kein Leben mehr, auch habe ich keine Heimat mehr und mit meiner Muse ist es auch aus. Keine Muse hab ich mehr! Seit Sie ist von mir gegangen". Diese Stimmung beschreibt er in einem 20-zeiligen Gedicht näher, das er für Frau von Pfaff bestimmt. Kerner kündigt an, "ein sehr lieber Freund Bröm" werde Pfaffs besuchen über ihn könnten sie Nachrichten austauschen. Dieser wolle "sich um Franks Stelle in Erlangen melden" und obwohl er seinen Weggang sehr bedauern würde, "empfehle ich dir seine Sache zur kräftigen Unterstützung recht herzlich". Auch seine Familie sei ein "angenehmer Umgang" und dessen Töchter "der einzige Umgang der Mädchen meiner Marie", Kerners Enkelkinder. Zum Schluss klagt er, "täglich nehmen wie die körperlichen, auch meine geistigen Kräfte ab". - Sämtliche Werke ca. 1910. Bd 2, S. 170
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