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Objekt des Monats September 2013

Jean-Philippe Rameau
Jean-Philippe Rameau

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330. Geburtstag von Jean-Philippe Rameau


Der französische Komponist, Organist und Musiktheoretiker, getauft Dijon 25.9.1683, gestorben 12.9.1764 Paris, war Organist in Avignon, Clermont-Ferrand, Dijon, Lyon und Paris, wurde 1733 Musikmeister im Privattheater von A. J. Le Riche de la Poupelinière, und begann mit dessen Unterstützung seine erfolgreiche Karriere als Opernkomponist. 1745 ernannte ihn Ludwig XV. zum ‚Compositeuer du cabinet du roy‘. In seinen Opern knüpfte er bewusst an die ‚Tragédie lyrique‘ J.-B. Lullys an. In seinen musiktheoretischen Schriften wurde Rameau zum Begründer der neueren Harmonielehre (Brockhaus Enzyklopädie 18, S. 21).

 
„… ein epochales Werk in der Geschichte der Musiktheorie …“ (MGG² 13, 1241)

RAMEAU, [J. Ph.]: Traité de l'harmonie Reduite à ses Principes naturels; divisé en quatre livres. Livre I. Du rapport des Raisons & Proportions Harmoniques. Livre II. De la nature & de la Proprieté des Accords; Et de tout ce qui peut servir à rendre une Musique parfaite. Livre III. Principes de Composition. Livre IV. Principes d' Accompagnement.


Paris, J. B. Chr. Ballard 1722. Quart. 4 Bl., XXIV, 432, 17 S., Bleistifteintragungen, teils gebräunt, zahlreiche Holzschnittvignetten im Text.

[Vorgebunden]: [Ders.]: Nouveau systême de musique theorique. Où l'on découvre le Principe de toutes les Regles necessaires à la Pratique. Pour servir l'Introduction au Traité de l'Harmonie. Paris, J. B. Chr. Ballard 1726. Quart. VIII, 114 S., 3 Bl., teils gebräunt, 2 gefaltete Kupfertafeln. Lederband der Zeit mit reicher fleuraler Rückenvergoldung. Ecken und Kanten berieben und bestossen, Gebrauchsspuren. Gutes, breitrandiges Exemplar.

 
- verkauft -

 
[1]: Seltene Erstausgabe der 1. Veröffentlichung Rameaus, die zugleich sein Hauptwerk darstellt. "Mit diesem Werk der Harmonietheorie ... beginnt der Umschwung im europäischen musiktheoretischen Denken: nämlich von der auf dem einzelnen mus. Intervall aufgebauten Kontrapunkt-Theorie des Zeitalters der vokalen Polyphonie im 16. Jhdt, über die rein empirisch gewachsene Vielzahl von Regeln des Generalbass-Spiels und der Kompositions-Lehre im 17. Jhdt. zur 'neuen', vorwiegend instrumental konzipierten und vom einzelnen Akkord ausgehenden Betrachtungsweise. Der "Traité" war ... "nicht nur das erste wissenschaftliche System der musikalischen Harmonie, die statt auf willkürlicher Schöpfung auf Vernunft und auf der Unfehlbarkeit physikalischer Gesetze beruhte, sondern er sollte gleichzeitig ein Hilfsmittel sein, um die im 17./18. Jhdt. nur in langen Jahren mühseligen Studiums zu erlangende Kunst der Begleitung und der Komposition einfacher und rascher zu vermitteln" (E. R. Jacobi in MGG 10, 1899 ff.). - Eitner VIII, 121, Wolffheim I. 956; Hirsch I, 484, Gaspari I, 286; Cortot 161. - [2]: Seltene Erstausgabe dieser nachträglichen Einführung zum "Traité", mit dem zusammen es Rameaus musiktheoretische Anschauungen aus seiner ersten Lebenshälfte darstellt. Als Beispiel bringt er u. a. auch aus Lully's Oper "Armide" den Monolog (S. 80-89). - Rameau wurde von seinen Anhängern gern als "Newton der Musik" bezeichnet. - Cortot 162; Wolffheim I, 955; Hirsch I, 485; Eitner VIII, 120. - Die Vereinigung der beiden zusammengehörenden Werke in einem Band ist außerordentlich selten. - Exemplar aus der Bibliothek des Pianisten, Komponisten und Musikpädagogen Charles Émile Poisot (1822 – 1904). Handschriftlicher Vermerk „Ex Bibliotheca Ch. Poisot“ auf dem weißen Blatt.  Als “directeur du Conservatoire de Dijon“ setze er sich 1860 für die Errichtung einer Bronzestatue Jean-Philippe Rameaus in Dijon ein. Diese sollte 1864, anlässlich des 100. Todestages Rameaus enthüllt werden. Die von Jean Baptiste Claude Eugène Guillaume vollendete Statue konnte jedoch erst 1880 errichtet werden. Poisot war ein großer Verehrer der Werke Rameaus. (Bestell-Nr. 12835)

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