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BRENNGLAS, A. [Pseud für A. GLASSBRENNER]: Berlin wie es ist und - trinkt. 1.-10. Auflage. 30 in 32 Heften [alles Erschienene] in 2 Bänden. Leipzig, I. Jackowitz 1841-50. 32 kolori

Artikelnummer: 23428
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  • Komplett sehr selten, meist in Erstausgaben. Berühmte satirische Sammlung im Berliner Dialekt verfasster Schriften zum Berliner Gesellschaftsleben. Glassbrenner gehörte zu den Vertretern des Berliner Vormärz und wurde schon früh mit einem Berufsverbot belegt. "Als formbegabtes Talent hat er sich in allen damals beliebten satirischen Gattungen erfolgreich versucht" (NDB). "Mit damals ungewöhnlich scharfer Charakterisierungskraft gab Glassbrenners Werk in drastischen Szenen und witzigen Gesprächen eine Schilderung der unteren Zehntausend der Berliner Bevölkerung; ältere Versuche dieser Art ließ er durch die überzeugende Echtheit der Gestalten, ihres Gebarens, ihrer Ausdrucksweise und ihres ganzen Milieus, weit hinter sich, es ist bis heute typisch für das Berlinertum in der Literatur geblieben" (Houben I, 209 f.). Allein das erste und berühmteste Heftchen, Glassbrenner zeichnete darin den unsterblichen "Ecksteiner", brachte er schon in einem Jahr auf 4 Auflagen. Heft 14 mit dem Titel "Franz Liszt in Berlin" ist eine Karikatur auf dessen Erfolge im Konzertsaal (Weilguny/Handrick S. 91). Ab dem 6. Heft, das in 3 Teile die "Guckkästner" behandelt, wird die Berliner Zensurbehörde auf ihn aufmerksam. Die Zensur zeigte wenig Sinn für die neuartige Volksliteratur und nannte die Schrift "in sittlicher und politischer Hinsicht gleich verwerflich" und verbot die ganze Reihe. Durch den Wechsel des Verlagsortes versuchte Glasbrenner der Zensur zu entgehen. - Die Hefte 13-22 und 24-30 liegen in der Erstausgabe vor. - Sehr gut erhaltenes Exemplar. - Hayn-Gotendorf I, 266; Wilpert/Gühring 2.
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