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SCHLOSSER, J. G.: Vorschlag und Versuch einer Verbesserung des deutschen bürgerlichen Rechts ohne Abschaffung des römischen Gesezbuchs. Leipzig Weygand 1777 320 S. Halblederband mit Rückenschild und -vergoldung im Stil der Zeit.

Artikelnummer: 25094
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  • Erstausgabe. - Sehr seltene Schrift Schlossers aus seiner Zeit in Emmendingen. Goethes Schwager Johann Georg Schlosser (1739-1799) eröffnete nach seinem Jurastudium in Jena und Altdorf 1762 eine Anwaltspraxis in seiner Heimatstadt Frankfurt. Ab 1773 trat er in die Dienste Karl Friedrichs von Baden. Er scheute sich nicht vor Konflikten mit seinem dem aufgeklärten Absolutismus verhafteten Landesherrn, so dass er 1794 aus dem Staatsdienst ausschied. Seine Schriften sind geprägt von antiken und modernen republikanischen Ideen (Aristoteles und Machiavelli). Ein Dokument von Schlossers Streben nach "unbeugsamer Rechtlichkeit" (W. Biesterfeld) ist "Vorschlag und Versuch". In dieser Schrift entwirft er ein dem praktischen Leben und den Bedürfnissen aller Bürger angemessenes Recht, das auch dem Natur- und Gewohnheitsrecht Raum lässt. "Schlossers theoretische Ausgangsposition ermöglichte ... ein erstaunliches, manchen Aufklärer beschämendes Maß an Toleranz. Er verteidigte die Außenseiter der Aufklärung , die Juden, die Katholiken ebenso wie die Mystiker und Enthusiasten, ..., nicht weil er ihre Theorien teilte, sondern weil sie ebenso wie andere zum Gewebe der 'tausenderlei Verhältnisse' unter den menschlichen Individuen gehörten." (J. van der Zande, in: Aufklärung 6/1, S. 126). Wegen dieses Werkes und den 'Briefen über Gesetzgebung' (1789) wurde Schlosser von Nicolovius, Gervinus u.a. als ein Vorläufer bzw. Gründer der historischen Rechtsschule genannt und in seiner Bedeutung mit Savigny verglichen. - NDB 23, 102; Goedeke IV/1, 516, 12. - Siehe Abbildung.
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