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HÖNN, G. P.: Betrugs-Lexicon, worinnen die meiste Betrügereyen in allen Ständen nebst denen darwider guten Theils dienenden Mitteln entdeckt. Zweyte und vermehrte Edition Coburg P. G. Pfotenhauer 1721 7 Bl., 459 (recte 461) S., 2 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Im Falz teils Wurmspuren. Gebräunt. 6 Seiten mit Anzeichnungen. Halbpergament der Zeit. Beschabt.

Artikelnummer: 27168
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  • Frühe, im Jahr der Erstausgabe erschienene Auflage des berühmten Werkes, in dem erstmals so ausführlich und umfassend die zahlreichen Möglichkeiten des Betrugs dargestellt werden. Dem Verfasser brachte die Veröffentlichung viel Feindschaft, insbesondere von Seiten der Katholiken ein. Die kulturgeschichtlich wichtige Abhandlung "enthält interessante Entdeckungen über die Betrügereien der Aerzte, Bierbrauer, Buchbinder, Buchhändler, Frauenzimmer, Juden, Kinder, Mönche, Nonnen, usw." (Hayn-Gotendorf III, 312), und weist nach, dass Betrug bereits in der Bibel eine große Rolle gespielt habe. Die Schrift wurde in Böhmen konfisziert, "an einen andern Ort" (Hönn) sogar verbrannt und in den folgenden Auflagen musste Hönn mehrere Kapitel streichen, vor allem über "Mönche" und "Nonnen". Auch Goethes Vater besaß die Schrift, wie E. Beutler in "Essay um Goethe" berichtet: "Hätte Hönn geahnt, wie viel Anfeindungen ihm sein Buch eintragen sollte, vielleicht hätte er es doch ungedruckt gelassen" (E. Beutler). Lessing hingegen äußerte sich wohlwollend in seiner Rezension in der Berlinischen Privilegierten Zeitung 1753, Stück 152.
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