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Objekt des Monats Oktober 2020

  

Zum 215. Geburtstag von Adalbert Stifter
(geboren am 23. Oktober 1805 in Oberplan im Böhmerwald, gestorben am 28. Januar 1868 in Linz)

Der Schriftsteller, Maler und Pädagoge Adalbert Stifter zählte zu den bedeutendsten Autoren des Beidermeiers. Der durch ein tragisches Unglück früh Halbwaise gewordene Stifter erhielt im oberösterreichischen Stift Kremsmünster eine fundierte literarische und naturwissenschaftliche Bildung, die das Fundament seiner ausführlichen, detailgenauen Natur- und Technikbeschreibung bildete. Mit 35 Jahre erst ist er als Dichter an die Öffentlichkeit getreten und erregte 1840 mit seiner Erzählung „Der Condor“ sogleich großes Aufsehen, avancierte gar zum Wiener Modeautor. Sein durch wirtschaftliche und gesundheitliche Höhen und Tiefen geprägtes Leben, sowie den frühen Verlust des Vaters, seiner großen Liebe Fanny Greipl (1808-1839) und der Ziehtochter Juliane, mögen ihn zu diesem nachdenklichen Altersgedicht bewogen haben.

 

Eigenhändiges Albumblatt von Adalbert Stifter

 

STIFTER, Adalbert [1805-1867] Eigenhändiges Albumblatt mit Ort, Datum und Unterschrift. Linz, 3. April 1861. Quart. 1/2 Seite.

- verkauft -

Berührendes Altersgedicht des 56jährigen aus dem Album der Gräfin Marie von Wimpffen, geb. Freiin von Eskeles (1801-1862), das von ihrer Tochter, der Freifrau von Gagern (1842-1918) fortgeführt wurde.

Jahre kommen, Jahre scheiden,
Jedes trägt in seinem Schooß
Andre Freuden andre Leiden,
Bis das lezte uns verfloß.

Und von allen jenen Lieben,
Die das Leben hat gesehn.
Ach wie wenig sind geblieben,
Die an unsrem Bette stehn.

So schöne, große Albumblätter Stifters sind im Autographenhandel selten geworden.

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